Sport : Du sollst nicht Werbung treiben

Benedikt Voigt

wundert sich über eine neue italienische Regel für Schiedsrichter Fußball-Schiedsrichter sind zu bedauern. Nach Fehlentscheidungen, die sich im Fernsehen erst nach der dritten Zeitlupe entdecken lassen, müssen sie sich tagelang beschimpfen lassen von Fans, Spielern und Vereinsfunktionären. Dafür bekamen sie in der vergangenen Saison eine Beleidigungs-Entschädigung von 3068 Euro in der Ersten Liga und 1534 Euro in der Zweiten Liga. Dem in den Wettskandal verwickelten Robert Hoyzer war das offenbar zu wenig, überhaupt sind Schiedsrichter verglichen mit den kickenden Millionären um sie herum arm dran. Und sie sollen arm bleiben.

Wie sonst ist folgende Meldung aus Italien zu verstehen? Dort hat der italienische Schiedsrichterverband seinen berühmtesten Vertreter Pierluigi Collina gesperrt, weil dieser einen Werbevertrag unterzeichnet hat. Das Problem daran ist, dass er jetzt mit Opel den gleichen Geldgeber hat wie der AC Mailand. Der Verband fürchtet um die Unparteilichkeit seines Starschiedsrichters. Eine verständliche Sorge, die allerdings im Land des Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, einem beispiellosen Macht- und Ämterhäufer, etwas erstaunlich wirkt. Dabei ließe sich das Problem einfach umgehen: Pierluigi Collina pfeift künftig den AC Mailand nicht mehr.

Dafür könnte er für seinen neuen Sponsor werben und eine Million Euro kassieren. Das wäre, genauer betrachtet, der richtige Weg, denn fortan wäre er besser gegen Bestechungen gefeit. Die Summen jedenfalls, die im deutschen Bestechungsskandal genannt worden sind, dürften bei Pierluigi Collina nur eine Reaktion hervorrufen. Ein müdes Lächeln.

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