Sport : Duell am Reck

Hambüchen und Boy erreichen WM-Finale

Rotterdam - Fabian Hambüchen genoss sein Comeback wie ein Rockstar. „Ich bin back on stage“, sagte der 22-Jährige. „Das ist die pure Freude nach einem schwierigen Jahr.“ Drei Jahre nach Reck-Gold von Stuttgart greift der deutsche Turnheld wieder nach einer Weltmeisterschafts-Medaille. Nach zahlreichen körperlichen Problemen in den zurückliegenden Monaten präsentierte er sich erstmals in diesem Jahr in richtig guter Form und zog er in Rotterdam als jeweils Dritter in den Medaillenkampf an Reck und Barren am Sonntag ein.

Da auch der Cottbuser Philipp Boy erstmals als Fünfter in das Finale einzog, steht am Sonntag am Reck ein deutsches Duell an. „Ich habe es gewusst: Es wird eine geile WM“, meinte Boy, der nach dem Vorkampf so aufgewühlt war, dass er kaum schlafen konnte. Jetzt will er den Weltmeister von Stuttgart im Finale richtig ärgern. Seine Kampfansage: „Das wird ein harter Fight. Da schenke ich niemandem was.“ Hambüchen konterte: „No risk, no fun. Wenn ich merke, dass die anderen gehörig zulegen, muss ich volles Risiko wagen. Ich will die Medaille.“

Seit 19 Jahren hat es kein deutsch-deutsches Reck-Duell bei einer WM mehr gegeben. In Indianapolis gewann 1991 der Hannoveraner Ralf Büchner Gold, Sylvio Kroll belegte damals Platz sechs.

Selbstvertrauen für das Duell kann sich der 23-jährige Boy schon am Freitag holen. Als Zweiter des Vorkampfs hinter Titelverteidiger Kohei Uchimura aus Japan hat er im Mehrkampf-Finale sogar Medaillenchancen hat. Auch Hambüchen scheint gut präpariert: Im Vorkampf ließ er noch eine Verbindung weg, weil er zu weit von der Stange wegflog. Das soll sich nun ändern. Schließlich zeigte er im Podiums-Training schon eine äußerst schwierige Übung ohne Wackler.

Im Schatten der beiden Stars stand Matthias Fahrig. „Ich musste das erst einmal verarbeiten. Ich war sehr traurig und gut angefressen“, erklärte der Hallenser. Die angestrebten Finalplätze am Sprung und Boden wie im Vorjahr in London hatte er verfehlt. Im Team-Finale am Donnerstag will er einiges besser machen. Als Fünfte erreichten die Europameister den Medaillenkampf, nachdem gleich die ersten Geräte nicht wunschgemäß gelaufen waren: Fahrig am Boden, Sebastian Krimmer auf dem Pferd und Thomas Taranu beim Sprung stürzten. „Aber wie die Mannschaft an den letzten zwei Geräten dann gebissen hat, war toll“, meinte Cheftrainer Andreas Hirsch. Da neben Boy auch Eugen Spiridonov in das Mehrkampf-Finale einzog, fiel Hirschs Zwischenbilanz positiv aus: „Ein dramatischer Wettkampf mit Happy-End, nachdem uns erst ein paar Big Points davongeflogen waren.“ dpa

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