Sport : Duelle der Zukunft

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Michael Rosentritt über

David Beckhams Engagement für Südafrika

David Beckham ist ein guter Fußballer und ein wahrer Held dazu. Mit Manchester United ist er wieder einmal Englischer Meister geworden. Vor allem wegen seines rechten Fußes, den es so auf der ganzen Welt nicht mehr gibt und der am ehesten noch mit dem linken des Argentiniers Diego Maradona zu vergleichen ist. Beide, Maradona und Beckham, erregen gerade fern ihrer Heimat das öffentliche Interesse. Der Argentinier Maradona ist auf einem Golfplatz in Italien zum ersten Mal seinem fast volljährigen Sohn Diego Armando begegnet. Und der Engländer Beckham hat dem großen Nelson Mandela versprochen, er werde sich für die Vergabe der FußballWM im Jahre 2010 nach Südafrika stark machen. „Ich habe das Versprechen von David Beckham, dass er unsere Kanditatur unterstützen wird. Das gibt uns große Hoffnung“, sagt der ehemalige Staatspräsident Südafrikas.

Das kommt nicht von ungefähr, immerhin nennt der kickende Europäer den weisen Afrikaner „meinen Lieblingspolitiker“. Beckhams Einsatz für Südafrika ist nicht sein einziger auf dem Parkett der internationalen Fußball-Diplomatie. Man darf schon jetzt gespannt sein auf die Duelle um die Vergabe der Sommerspiele 2012. Beckham ist ausgesucht als Olympiabotschafter Londons. Mitbewerber Paris will Zinedine Zidane ins Rennen schicken, Madrid hat Nationalstürmer Raul Gonzalez gewinnen können, und Leipzig hat in der deutschen Vorausscheidung mit Michael Ballack geworben.

Ein großer Name ist eine Sache. Die vielen Unbekannten sind die andere. Natürlich wissen wir noch, dass Franz Beckenbauer mehrmals aufopferungsvoll die Erde umkreist hatte, bevor im Juli 2000 in Zürich darüber abgestimmt wurde, wer die Fußball-WM 2006 bekommt. Vielleicht ist im Überschwang in Vergessenheit geraten, wem es wirklich zu verdanken ist, dass sich Deutschland im entscheidenden Wahlgang gegen Südafrika durchsetzte. Es war ein dünner, weißhaariger Mann aus Neuseeland, dessen Name weitgehend unbekannt war und ist. Charles Dempsey heißt er. Als Exekutiv-Mitglied enthielt sich der damals 78-Jährige im dritten Wahlgang der Stimme und ermöglichte den 12:11-Sieg Deutschlands. Dabei hatte Dempsey den Regierungs-Auftrag erhalten, für Südafrika zu stimmen, sollte England vorzeitig scheitern.

Merke: Die großen Helden tragen selten große Namen.

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