Sport : Düsseldorf auf dem Vormarsch, Galaxy verliert

Düsseldorf Rhein Fire marschiert direkt auf den World Bowl der NFL Europe zu. Bei Titelverteidiger Frankfurt Galaxy hängt dagegen nach der dritten Niederlage in Serie am vierten Spieltag der Haussegen schief. Die Rheinländer bestanden mit 18:7 eindrucksvoll den Härtetest bei den Barcelona Dragons. Mit drei Siegen aus vier Spielen erklommen sie zumindest bis zum Spitzenspiel zwischen Scottish Claymores und Berlin Thunder (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) die Tabellenspitze und können sich Hoffnungen auf ihre dritte Teilnahme am Endspiel um die begehrte Kristallkugel machen.

Bei der Galaxy übte nach dem 17:20 gegen Amsterdam Admirals ausgerechnet Fan-Liebling Mario Bailey harsche Kritik an Mannschaft und Management. "Wir können nur Leistung bringen, wenn die äußeren Bedingungen stimmen. Ich bin seit sechs Jahren hier, doch in dieser Saison passt vieles nicht zusammen", wetterte der erfolgreichste Pass-Empfänger der Liga. Die Stimmung im Team sei so schlecht wie nie zuvor. "Die Ursachen für die sportliche Krise beginnen im Front Office", sprach der 29-Jährige deutliche Worte. Verwundert reagierte PR-Manager Thomas Hackbarth auf die Kritik: "Kein Verein in der NFLE tut so viel für seine Spieler wie die Galaxy." General-Manager Tilman Engel warnte den Star: "Ich habe gehört, dass ein Spieler glaubt, er verdiene eine besondere Behandlung. Das gibt es bei uns nicht." Eine vereinsinterne Strafe wollte Engel nicht ausschließen.

Kurz vor seinem Rundumschlag war Bailey noch von Galaxy-Coach Dick Curl gelobt worden. "Wir können nicht immer darauf bauen, dass er unser Spiel aus dem Feuer reißt", sagte der 60-Jährige, der seine Enttäuschung über die äußerst unglückliche Niederlage durch ein Feldtor in letzter Sekunde nicht verbergen konnte. Während 31 000 Zuschauer im Waldstadion ungeachtet der Niederlage wie gewohnt ihr Team und sich selbst feierten, offenbarte die Mannschaft in entscheidenden Situationen wieder deutliche Konzentrations- und Konditionsmängel.

Solche Sorgen sind beim Galaxy-Rivalen Düsseldorf Rhein Fire zur Zeit gänzlich unbekannt. Bis tief in die Nacht feierten die Spieler ihren Triumph in Barcelona. Den Weg hatten Jeff Ogden mit zwei Touchdowns und Danny Kight geebnet, der mit seinem Feldtor aus 56 Yards einen neuen Ligarekord aufstellte. Wermutstropfen im Siegesrausch von Rhein Fire war eine Knieverletzung, die sich der Kicker bei seinem Rekordschuss zuzog. Sollte Kight im fünften Spiel am kommenden Sonnabend gegen Scottish Claymores nicht fit sein, würde der ehemalige Fußball-Profi Manfred Burgsmüller allein für Feldtore und Extrapunkte bei Rhein Fire zuständig sein.

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