Düsseldorf - Nürnberg 1:2 : Nur die Fans gehen in die Offensive

Schwache Düsseldorfer verlieren 1:2 gegen Nürnberg und zittern weiter.

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Bangen bis zum Ende. Düsseldorfs Trainer Norbert Meier hatte wenig Spaß. Foto: dpa
Bangen bis zum Ende. Düsseldorfs Trainer Norbert Meier hatte wenig Spaß.Foto: dpa

Düsseldorf - Auf der Anzeigetafel in der Düsseldorfer Arena liefen die Neuigkeiten in der Endlosschleife. Okay, ab kurz vor vier war es nichts Neues mehr, dass Fortunas U 23 das Regionalligaspiel gegen Wiedenbrück 3:1 gewonnen hatte. Andere Nachrichten wurden den 53 500 Zuschauern konsequent vorenthalten. Die Spieler sollten im Kampf gegen den Abstieg nicht durch ungünstige Resultate von den anderen Plätzen verunsichert werden. Angesichts der Darbietungen der Fortuna eine verständliche Maßnahme. Nach dem Eindruck, den die Mannschaft bei der 1:2 (1:0)-Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg hinterlassen hat, muss sie ernsthaft fürchten, nach nur einem Jahr wieder aus der Fußball-Bundesliga verbannt zu werden.

„Das Schlimmste ist, dass wir den Sack schon hätten zumachen können“, sagte Düsseldorfs Kapitän Andreas Lambertz. Mit einem Sieg gegen die Nürnberger, die die vier Spiele zuvor verloren hatten, wäre der Klassenerhalt praktisch sicher gewesen. Doch die Fortuna verspielte nach der Pause auf seltsam unbeteiligte Weise ihren Vorteil. Nach dem Ausgleich der Nürnberger bekam die Mannschaft ihre Nerven nicht mehr in den Griff. Das lässt für den finalen Spieltag das Schlimmste befürchten. „Seit Wochen haben wir die gleichen Reden geschwungen“, sagte Fortunas Mittelfeldspieler Oliver Fink. Dass noch nichts passiert sei und man es weiterhin in der eigenen Hand habe. Das ist auch nach dem elften sieglosen Spiel hintereinander so. Allerdings wäre es fahrlässig, auch im letzten Spiel auf die Schwäche der Konkurrenz zu hoffen.

Die eigenen Auftritte jedoch machen den Düsseldorfern wenig Hoffnung. Das Spiel gegen Nürnberg war eine Aneinanderreihung von Unzulänglichkeiten. „Wir haben sehr viele Bälle frühzeitig gewonnen“, sagte Trainer Norbert Meier. „Wir haben aber auch sehr viele Bälle frühzeitig wieder verloren.“ Bezeichnend war, wie die Führung der Fortuna zustande kam. Lambertz bekam den Ball zunächst an die Hand, durfte weiterspielen, rutschte aus – eigentlich war die Chance vertan. Doch Fortunas Kapitän rappelte sich wieder auf und passte in die Mitte, wo Nürnbergs Hanno Balitsch den Ball unbedrängt ins Tor lenkte.

Manchmal muss man es einfach erzwingen. Das gilt auch für das letzte Spiel in Hannover. „Wir brauchen Kerle, die dieser Situation standhalten“, sagte Meier. Kerle wie Andreas Lambertz, der nicht mit allzu viel fußballerischem Talent gesegnet ist, dafür mit umso mehr Eifer. Ein Zufall war es wohl nicht, dass Nürnberg nach der Pause das Spiel drehte, als Fortunas Kapitän wegen seiner alten Oberschenkelverletzung draußen saß.

Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte hatten die Nürnberger ihre erste große Chance. Markus Mendler tauchte allein vor Fortunas Torhüter Fabian Giefer auf, schlenzte den Ball jedoch lässig am Pfosten vorbei. Den Fortunen hätte dies eigentlich Warnung genug sein müssen. Doch fünf Minuten später traf Robert Mak vom Strafraumeck zum 1:1. „Das war ein Tiefschlag“, sagte Lambertz. Einer, von dem sich die Düsseldorfer nicht mehr erholte. Sie wirkten nun immer konfuser und hatten Glück, dass die Gäste ihre guten Gelegenheiten nicht seriöser nutzten. Am Ende war es Marvin Plattenhardt, der mit einem direkten Freistoß aus 18 Metern das 2:1 erzielte. Fortunas Fans gingen danach gleich wieder in die Offensive und feierten ihre Mannschaft selbst nach dem Schlusspfiff noch. Die Botschaft wurde verstanden. „Wenn die an uns glauben“, sagte Oliver Fink, „sollten wir das auch tun.“Stefan Hermanns

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