Sport : Duisburg holt den Titel

Wasserfreunde verlieren die Serie gegen den ASC.

Bertram Job

Duisburg - Die Hoffnung war noch mal mitgefahren im ICE, den die Wasserfreunde Spandau Richtung Ruhrgebiet bestiegen. Und sie wurde am Mittwochabend kurzfristig genährt, als die Mannschaft im offenen Vereinsbad des ASC Duisburg schnell mit 2:0 in Führung ging. Spätestens zum dritten Viertel aber ging den Aktiven die Energie aus. Diesen kritischen Punkt muss Nebojsa Novoselac, der routinierte Trainer, vorausgesehen haben. Denn wie sagte er hinterher, als im Sportpark Wedau die ersten Raketen in den verregneten Himmel schossen: „Wir hatten einfach zu wenig Kraft.“

Der 33.Meistertitel in der stolzen Vereinsgeschichte der Berliner lässt also vorerst auf sich warten. Man hat auch schon von größeren Krisen in Sportvereinen gehört. Denn Novoselac hat seine Schützlinge zum vierten Meisterschafts-Endspiel noch einmal motivieren können, so gut es ging. Am Ende aber bildete das 7:9 die Unterlegenheit der Wasserfreunde recht genau ab: Sie waren über die gesamte Finalrunde hinweg das Team, das weniger Drive und weniger Spielwitz ins Wasser brachte.

Somit durfte sich ASC-Kapitän Tobias Kreutzmann über die beste Saison freuen, die sie in Duisburg je hingelegt haben: „Das erste Double in unserer Vereinsgeschichte, einfach unglaublich.“

Gerade zwei Mal, 1993 (Hannover) und 2006 (Bad Canstatt), ist das 1979 begonnene Dauerabo der Berliner auf den deutschen Meistertitel von anderen Vereinen unterbrochen worden. Wirklich in Frage gestellt wurde die Vormachtstellung dadurch nicht. Und dann plötzlich diese Mini-Serie gegen den ewigen Zweiten: Beginnend mit dem Pokalfinale vor zehn Tagen haben die Duisburger einschließlich der ersten beiden Playoff-Begegnungen (8:7 und 11:7) die Wasserfreunde drei Mal in Folge düpiert – bevor sich jene am Sonntag im zweiten Heimspiel mit 10:7 behaupteten.

Am Mittwochabend holten die Duisburger wie schon im ersten Heimspiel einen Rückstand auf. Fabian Schroedter, der baumlange Center der Wasserfreunde, war nach seinem Nasenbeinbruch am Dienstag einfach nicht zu ersetzen – und dass Erik Bukowski nach drei Hinausstellungen nicht mehr ins Wasser durfte, hat den Gästen an diesem trüben Abend auch nicht geholfen. Bertram Job

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