Duisburg - Union Berlin 1:1 : Unzufriedenheit im Quadrat

Union Berlin verpasst durch einen Elfmetergegentreffer kurz vor Schluss den ersten Auswärtssieg der Saison beim 1:1in Duisburg.

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Emil Jula verwandelte in der 86. Spielminute den umstittenen Elfmeter zum 1:1-Endstand.
Emil Jula verwandelte in der 86. Spielminute den umstittenen Elfmeter zum 1:1-Endstand.Foto: dapd

Markus Karl war nach dem Abpfiff frustriert. Der defensive Mittelfeldspieler des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union Berlin redete  verzweifelt auf Schiedsrichter Harm Osmers ein. Karl erregte die Entstehung des Duisburger Tores zum 1:1 (0:1)-Endstand. Vor dem Ausgleichstreffer durch den Ex-Cottbuser Emil Jula (83.) vom Elfmeterpunkt soll Karl bei einer Attacke gegen Flamur Kastrati den Strafstoß verursacht haben. „Das war nichts. Er hat sich schon vor dem Zweikampf fallen lassen. Er lag schon am Boden, als der Elfmeterpfiff kam“, erregte sich Karl. „Ich habe ihn nicht mal berührt. Das ist lächerlich. Da wirst du beschissen, wegen so einem verschissenen Elfmeter.“

Auch sein Trainer Uwe Neuhaus kritisierte die Entscheidung des Schiedsrichterkollektivs. „Darüber brauchen wir nicht streiten. Es war kein Elfmeter. Ich stand genau in der Flucht und konnte es beobachten“, erzählte Neuhaus. „Deswegen habe ich mit dem 4. Offiziellen diskutiert. Der nahm aber keinen Einfluss.“   

Neuhaus erwies sich jedoch bei der Beurteilung des in der 90. Minute wegen angeblicher Abseitsposition vom Schützen Emil Jula fälschlicherweise nicht gegeben Treffers als fairer Sportsmann. „Diese Situation war zu unseren Gunsten. Das war gleiche Höhe und kein Abseits. Wir müssen fast noch froh sein, das Spiel nicht verloren zu haben.“

Auf der Anzeigetafel im Duisburger Stadion leuchtete schon das 2:1 auf, ehe die MSV-Fans unter den 11.347 Zuschauern ihren Torjubel abbrechen mussten. Dies wiederum sorgte bei Trainer Milan Sasic für heftigen Unmut. „Unser Spiel hat nicht so schön ausgesehen. Mancher wird sich gefragt haben, was wir überhaupt im Training machen“, meinte Sasic. „Aber der Wille, die Partie umzubiegen, war da. Deshalb bin ich enttäuscht, dass unser Tor nicht gegeben wurde. Wir hätten dieses Erfolgserlebnis gebrauchen können.“ 

    

Ein Duisburger Sieg wäre allerdings nicht verdient gewesen. Die Berliner präsentierten sich trotz ihrer jüngsten Auswärtsschwäche lange als das eindeutig bessere Team. Nach der 1:0-Führung durch John Jairo Mosquera nach fünf Minuten, der eine schöne Kombination über Patrick Zoundi und Torsten Mattuschka abschloss, sprach viel für den erhofften Auswärtserfolg nach sechs vergeblichen Anläufen. Zoundi stand in der Startelf, weil Christopher Quiring wegen einer Gürtelrose-Erkrankung gar nicht erst mit nach Duisburg gereist war. 

„Wir haben auswärts endlich ein anderes Gesicht gezeigt. Leider konnten wir unsere viele Chancen nicht nutzen“, sagte Union-Verteidiger Marc Pfertzel. Die größte Möglichkeit zum 2:0 ließ der eingewechselte Simon Terodde nach 63 Minuten aus. Nach dem 1:1 traf Torsten Mattuschka mit einem seiner gefürchteten Freistöße zudem nur den Pfosten (86.). „Ich bin nicht zufrieden, weil in der ersten Halbzeit das Spiel so gelaufen ist, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir hatten mehrere gute Kontermöglichkeiten“, sagte Uwe Neuhaus. „Wir haben es aber nicht verstanden, in diesen Situationen das 2:0 zu machen. Wir hatten häufig die falschen Laufwege. Und die Wechsel haben nicht so gegriffen.“ Angreifer Silvio schied schon in der ersten Hälfte verletzt aus, weil er umknickte. John Jairo Mosquera musste im zweiten Durchgang wegen einer Oberschenkelverletzung unfreiwillig vorzeitig raus.

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