Sport : Durchgeboxt in der Bruchbude

Eisbären beklagen nach dem 3:2 in Ingolstadt drei Ausfälle für das Spiel gegen Hamburg

Claus Vetter

Berlin. Hübsch ist sie nicht, die kleine Eishalle in Ingolstadt. Doch da nun mal die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) unbedingt wollte, dass der ERC schon jetzt erstklassig spielt und nicht erst kommende Saison, in der dann eine schmucke neue Arena in Ingolstadt bereitsteht, müssen momentan alle mit der Bruchbude an der Jahnstraße auskommen. Mittwoch waren die Eisbären die Leidtragenden. Doch nachdem sich die Berliner in engen Containern außerhalb der Halle umgezogen hatten, wurde es manchem weihnachtlich warm ums Herz. „Die Atmosphäre in der Halle war unglaublich gut“, sagt Eisbären-Manager Peter John Lee. Und beim Spiel sollten die Temperaturen bei den Beteiligten auf dem Eis noch steigen. Angesichts vieler Scharmützel geriet die Partie nämlich laut Lee „etwas aus den Fugen“.

Nach insgesamt 106 Strafminuten stand ein 3:2-Erfolg der Eisbären zu Buche. Ein Sieg, den Yvon Corriveau 111 Sekunden vor dem Ende sicherstellte. „Es war ein schmutziges Spiel“, sagt Lee. „Der Schiedsrichter hatte keine Linie.“ Wie auch immer, feierlich ging es nicht zu. Die Berliner hatten zu Beginn der Partie drei Spieler mehr als am Ende: John Gruden kugelte sich die Schulter aus, Rob Shearer erlitt eine Rippenprellung und David Roberts musste nach einer Keilerei aus disziplinarischen Gründen schon im Mitteldrittel in den Ingolstädter Container.

Immerhin, durch den Erfolg konnten sich die Eisbären an der Tabellenspitze auf drei Punkte absetzen. Ein Vorsprung, der bis zum Jahresende wachsen kann. Schließlich spielt der Verfolger Kölner Haie beim Spengler- Cup in Davos. Allerdings sind die Eisbären nach dem Spiel in Ingolstadt nicht ohne Sorgen, fehlen ihnen heute gegen die Hamburg Freezers (19 Uhr 30, Sportforum Hohenschönhausen) doch gleich sieben Akteure. Gruden, Shearer, Jeff Tomlinson, Florian Keller und Richard Shulmistra sind verletzt, Roberts ist gesperrt und Alexander Barta bei der U20-Weltmeisterschaft in Kanada.

Angesichts der Misere sieht Lee sein Team für Freitag in der Rolle des Außenseiters. Den Trainer der Freezers irritiert das nicht. „Die Eisbären sind gefährlich“, sagt Sean Simpson. „Das mit den Verletzten ist doch Show. Wir haben vergangenes Jahr mal für einen Monat auf fünf Verteidiger verzichten müssen und standen trotzdem oben.“

Dieses Problem hatte Simpson noch in München, als die Freezers, die wie die Eisbären zum Imperium der Anschutz-Gruppe aus Nordamerika gehören, noch unter „Barons“ firmierten. Sportlich waren die Barons erfolgreich, aber Eishockey wollte in München kaum jemand sehen. Mit dem Umzug nach Hamburg ist die Popularität des Retortenklubs gestiegen. Seit November spielen die Freezers in der 14 000 Zuschauer fassenden Colorline-Arena, und das oft vor vollen Rängen. Und nach dem holprigen Start sieht es nun auch in der Tabelle besser für die Freezers aus. „Mit dem Einzug in die neue Arena haben wir unseren Rhythmus gefunden“, sagt Simpson. „Es lebt sich in so einer modernen Halle eben erfolgreicher, auch weil es komfortabler ist“, glaubt Simpson. Sicher um einiges gemütlicher als in der Eishalle von Ingolstadt.

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