Sport : Durchschnitt verliert

Die Eisbären verlieren das DEL-Spitzenspiel in Nürnberg

Claus Vetter

Berlin. Es war ein neues Gefühl für Pierre Pagé. Jedenfalls in dieser Saison der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), in der die Eisbären zuvor viermal in Folge gewonnen hatten. Zum ersten Mal musste der Trainer des EHC Eisbären Berlin am Donnerstagabend eine Niederlage seines Teams kommentieren. Pagé fand daran keinen Gefallen, wirkte ein wenig zerknirscht. 2:4 (1:1, 1:2, 0:1) hatten die Berliner bei den Ice Tigers verloren. „Dabei hatten wir die Möglichkeit, zu gewinnen“, sagte der Trainer.

Unterschiede zwischen beiden Teams in einem außergewöhnlich offensiv geführten Spiel hatte Pierre Pagé jeweils an den Stirnseiten der Eisfläche ausgemacht. „Rich Parent war zwar sehr gut, aber Fredric Chabot war besser“, sagte Pagé. In der Tat hatte der Berliner Torhüter Parent so seine Probleme, während sein Gegenüber Chabot fehlerlos blieb. Beim dritten und vorentscheidenden Tor von Josef Menauer verschätzte sich Parent völlig. Der harmlose Rückhandschuss des Nürnberger Stürmers flutschte an Parent vorbei. Immerhin, aus Berliner Sicht gab es in Nürnberg zwei erfreuliche Premieren. Nils Antons und Denis Pederson schossen ihre ersten Treffer für die Eisbären. Der Jubel darüber hielt sich aber schließlich in engen Grenzen. „Ich freue mich immer, wenn einer von unseren Spielern ein Tor macht, egal wer“, sagte Manager Peter John Lee. „Nur, mehr als zwei Tore dürfen es ruhig sein.“ Erst recht, wenn sich den Eisbären so viele Chancen bieten wie am Donnerstag. „Natürlich war das nicht unser bestes Spiel, sondern nur Durchschnitt“, sagte Lee.

Der Durchschnitt illustrierte sich an mitunter undurchsichtigen Leistungsschwankungen einiger Spieler. In diesem Zusammenhang wäre etwa Rob Leask zu nennen. Zunächst war der Berliner Verteidiger fast immer an der rechten Stelle, dann legte er gar in der 33. Minute beim Berliner Überzahlspiel genau Pederson den Puck bei dessen Tor auf den Schläger. Leasks letzte auffällige Tat war allerdings weniger glanzvoll: Nach einer Schwalbe musste er für zwei Minuten auf die Strafbank.

Die Tabellenführung sind die Berliner nach ihrem durchwachsenen Auftritt bei den starken Nürnbergern erst einmal los. Am Sonntag ließe sich das für die Berliner – dann wieder mit Oliver Jonas anstelle von Parent im Tor – mit einem Heimsieg gegen die Hamburg Freezers (18.30 Uhr, Sportforum) vielleicht schon korrigieren. Dabei bangen die Eisbären noch um den Einsatz ihres mit fünf Skorerpunkten bislang erfolgreichsten Jungprofis: Der 18-jährige Florian Busch zog sich in Nürnberg eine Schulterverletzung zu.

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