Sport : Dynamische Doppelrolle

Der BFC erspielt sich in der Oberliga unter seinem Trainer-Spieler-Gespann ein 2:2 bei Tennis Borussia

Karsten Doneck

Berlin – Jörn Lenz ist ein stämmiger Bursche. Einer der Typen, denen man zutraut, schwere Lasten zu tragen. Dieser Jörn Lenz hat sich beim Fußball-Oberligisten BFC Dynamo eine Menge aufgeladen: Er ist Mannschaftskapitän und Abwehrchef – und neuerdings auch noch Trainer, zu 50 Prozent jedenfalls, die andere Hälfte des Amtes ist Sache von Nico Thomaschewski. Der ist der Torwart. Mit dem 2:2 bei Tennis Borussia feierte dieses Gespann gestern Abend einen durchaus gelungenen Einstand. Und die Doppelfunktion, nun Spieler und Trainer zugleich sein zu müssen, zeigte keinerlei negative Auswirkungen.

Schon vorher in der Kabine muss beim BFC alles gesagt worden sein. Als die Mannschaft auf dem Spielfeld auf den Anpfiff wartete, war die Doppelrolle der beiden Trainer-Novizen vergessen. „Im Herzen ist man ja doch mehr Spieler, wenn man auf dem Platz steht“, gab Lenz nachher zu. Und die nach dem Seitenwechsel vorgenommenen Auswechslungen folgten auch einem gewissen Automatismus. Lenz: „Wir haben in der Halbzeit abgesprochen, dass jetzt alle noch mal richtig Gas geben. Und wer nicht mehr kann, soll signalisieren, dass er raus will.“ So unkompliziert kann der Trainerjob manchmal sein.

Durch einen von Jakowitz verwandelten Handelfmeter und Suwary führten die Gäste vor 1294 Zuschauern gegen eine desolate TeBe-Elf schon 2:0. TeBe glich durch zwei Freistoßtore von Michael Fuß noch aus, der Torjäger scheiterte zudem noch mit einem Foulelfmeter an Thomaschewski. Die BFC-Fans gerieten nach dem Ausgleich etwas in Rage, die zahlreich aufmarschierende Polizei bekam die Lage aber in den Griff.

2:2 bei TeBe – „kein schlechtes Ergebnis für uns“, meinte Lenz. Wird es mit dem spielenden Trainerduo nun weitergehen beim BFC? Da lächelte Jörn Lenz und sagte: „Klar macht das Spaß. Aber so eine Doppelbelastung – das ist auch irgendwie schwierig.“

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