Sport : Dynamo und die lieben Nachbarn Dresden verpflichtet gern Spieler aus Frankreich

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Berlin - Nervös wird Ralf Loose fast nie. Auch jetzt nicht, wo seine Mannschaft seit acht Spielen auf einen Sieg wartet. „Wir befinden uns in der Entwicklung. Viele Spieler verfügen noch nicht über genügend Zweitliga-Erfahrung und müssen sich erst an den Alltag gewöhnen“, sagt der Trainer von Dynamo Dresden.

Loose ist gerade wieder damit beschäftigt, eine neue Mannschaft aufzubauen – bisher mit mäßigem Erfolg. Dynamo findet sich nach acht sieglosen Spielen im Tabellenkeller der Zweiten Liga wieder. Dass es heute beim Bundesligisten Hannover 96 (20.30 Uhr) nicht um Punkte, sondern um den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals geht, ist Loose nur Recht. Als Außenseiter hat Dynamo nicht viel zu verlieren.

Die erfolgreiche Mannschaft aus der vergangenen Saison ist Geschichte, im Sommer gingen zwölf Spieler, zehn neue kamen. Darunter auch Anthony Losilla, Idir Ouali und Lynel Kitambala. Alle verfügen sie über einen französischen Pass, inzwischen stehen bei Dynamo sieben Spieler unter Vertrag, die zuvor in Frankreich gespielt haben. Sie alle hat Loose selbst gesichtet, wie er sagt. „Ich war in den vergangenen Jahren viel in Frankreich unterwegs, habe dort hospitiert und mir neben den Nachwuchszentren auch viele Spiele angesehen. Dabei sind mir die Spieler aufgefallen.“

Das Modell, Profis aus Frankreich zu verpflichten, hatte sich bereits in der vergangenen Saison bewährt. Romain Bregerie, Cheikh Gueye und vor allem Stürmer Mickael Poté überzeugten sofort. „Da war es die logische Konsequenz, dass wir diesen Weg weiterfahren“, sagt Loose. Verständigungsschwierigkeiten gebe es nicht, bis auf Ouali sprächen alle sehr gut Englisch. Ein weiterer Grund, Spieler aus Frankreich zu verpflichten, ist für Loose, dass das Niveau dort höher sei als in den anderen deutschen Nachbarländern. „Die Spieler genießen dort eine hervorragende Ausbildung“, sagt Loose.

Dynamos Trainer hätte im Sommer gern auch noch den ein oder anderen Deutschen verpflichtet, „aber das war wirtschaftlich nicht zu realisieren“. Nun hofft Loose, dass sich die Neuen schnell an die Zweite Liga gewöhnen. Gerade die vielen Zuschauer seien für die Franzosen ungewohnt. Viele Fans werden auch am Sonntag zum Heimspiel gegen den 1. FC Union kommen. Gewinnt Dynamo wieder nicht, könnte Loose bald doch nervös werden. Sebastian Stier

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