Sport : Ebbe Sand: Trittfest in Fischers Spuren

Wenn Ebbe Sand, wie gegen Hertha BSC, gleich drei Tore in einem Spiel erzielt, dann gerät auch einer ins Schwärmen, dessen Treffer selber Legende sind: der frühere Schalker Torjäger Klaus Fischer."Er ist der beste Stürmer, den Schalke in den letzten 20 Jahren hatte. Es macht wahnsinnig viel Spaß, ihm zuzuschauen. Er arbeitet viel, ist ständig in Bewegung und wartet nicht, dass ihm der Ball auf den Kopf fällt", erklärt Fischer, der einst mit seinen Fallrückziehern die Fans begeisterte.

Vor 20 Jahren traf für Schalke 04 noch Fischer regelmäßig ins Netz - 182 Mal in 295 Bundesligaspielen. In insgesamt 534 Partien traf Fischer 268 Mal. Nur Gerd Müller (365 Tore) war in der Bundesliga-Geschichte erfolgreicher.

Zahlen, die der Däne Sand nie erreichen wird, weil er erst als 27-Jähriger in die Bundesliga kam. Doch die Bilanz des Stürmers ist gleichwohl beeindruckend: In 44 Bundesligaspielen traf der dänische Nationalspieler schon 25 Mal, im Schnitt alle 155 Minuten. Mit elf Treffern in zwölf Spielen dieser Saison führt er die Torjägerliste an.

"Torschützenkönig wäre schon eine schöne Sache", sagt Sand, der 1999 für zehn Millionen Mark Ablösesumme von Bröndby Kopenhagen zu Schalke kam. Andererseits fügt er sofort hinzu, dass es eigentlich egal sei, wer die Tore schieße.

Was wirklich wichtig ist, hat Sand vor zwei Jahren festgestellt. Als er an Hodenkrebs erkrankte, operiert werden musste und nur 20 Tage später die Rückkehr auf den Fußballplatz schaffte. "Die Krankheit hat mich stärker gemacht", sagt der 28-Jährige. "Ich denke positiver, ich lebe viel bewusster." Und die Zahlen, an denen er und seine Berufskollegen gemessen werden, sind nicht mehr ganz so wichtig.

Doch spätestens seit seinen drei Toren beim 4:0-Sieg von Schalke 04 bei Hertha BSC Berlin ist Sand, der vor seinem Wechsel nach Deutschland in 188 Spielen in der dänischen Ersten Liga 69 Tore erzielte, nicht nur in der Bundesliga im Rampenlicht.

Kein Wunder, dass Manager Rudi Assauer lieber heute als morgen den bis 2003 laufenden Vertrag gegen einen Kontrakt bis 2005 austauschen würde. Zu verbesserten Bezügen, versteht sich. Denn mit jedem Tor wird Sand, der derzeit per anno rund drei Millionen Mark verdient, teurer.

Der Torjäger bittet noch um Bedenkzeit: "Wir werden uns sicher noch einige Male drüber unterhalten müssen. Das wird wohl mein letzter Profi-Vertrag sein. Und das müsste schon ein Super-Angebot sein."

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