Sport : Echter Fußball

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Steffen Hudemann über

Perspektiven für Felix Magath

Alle sind sich einig. Felix Magath, derzeit Trainer beim VfB Stuttgart, wird spätestens 2005 zu Bayern München wechseln. Für die meisten deutschen Trainer ist der Ruf aus München die Krönung ihrer Karriere, die letzte Station vor dem Posten des Nationaltrainers – siehe Ottmar Hitzfeld. Nicht so für Felix Magath.

Er könne sich vorstellen, mal in England zu arbeiten, hat Magath jetzt gesagt. „Ich habe ein Faible für den englischen Fußball.“ Bisher hat Magath sich seine Vereine nie wirklich aussuchen können. Ob in Bremen, Frankfurt oder Stuttgart – er heuerte dort an, wo die Not am größten war. Nun ist er auf einmal so erfolgreich, dass ihn der FC Bayern abwerben will. Doch Magath reagiert verhalten anstatt mit Begeisterung. Vielleicht weiß er selbst, dass er nicht nach München passt. England ist ihm lieber. Dort werde noch „echter, natürlicher Fußball“ gespielt.

Spitzenklubs wie den FC Chelsea oder Manchester United kann Magath damit nicht gemeint haben, sonst könnte er auch gleich zu den Bayern gehen. Nein, Magaths Art wäre eine andere: sich einen abstiegsgefährdeten Klub suchen, der mitten in der Saison einen neuen Trainer braucht, den FC Portsmouth oder Norwich City zum Beispiel. Dort könnte er sich dann auf seine Tugenden besinnen, und den Klub mit echtem, natürlichen Fußball vor dem Abstieg retten. In Deutschland haben sich seine Spieler meist über zu hartes Training beschwert, in England wird das niemand tun. Und am Ende wird Magath Nationaltrainer. In England. Oder zur Not in Schottland.

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