Sport : Effektiver Handbremsen-Fußball

Bayern siegt im Elfmeterschießen gegen Schalke und wahrt die Chance aufs Double

Daniel Pontzen

München. Zuletzt hatten die Spieler des FC Bayern am Vereinsgelände an der Säbener Straße größeres Spektakel geboten als im Olympiastadion. Während allerlei Faustkämpfe die vergangenen Trainingseinheiten garnierten, schläferten die Münchner bei ihren letzten Heimspielen Gegner und Zuschauer gleichermaßen ein. Beim gestrigen DFB-Pokalachtelfinale gegen den FC Schalke 04 machten sie keine Ausnahme. Diesmal boten sie ihrem Publikum aber immerhin ein Elfmeterschießen und siegten mit 5:4. Für Schalke hatte Sand gleich den ersten Elfmeter an die Latte geschossen.

Damit wahrten die Münchner ihre Chance, die Saison doch noch recht versöhnlich abzuschließen – mit dem vierten Double der Vereinsgeschichte nach 1969, 1986 und 2000. Schalke verspielte gleichzeitig die Gelegenheit, als erste Mannschaft dreimal in Folge den Pokal zu gewinnen.

An Motivation mangelte es den Münchnern nicht, wie Michael Ballack in Anbetracht des Ausscheidens aus der Champions League kürzlich festgestellt hatte. „Solche Spiele sind jetzt unsere Highlights“, so der Spielmacher. Der Großteil der Bayern-Fans entschied sich jedoch, das angekündigte Glanzlicht inklusive aller verfügbaren Zeitlupen zu verfolgen – und blieb zu Hause. Während das ZDF live übertrug, fläzten sich ganze 15000 in die Schalensitze des Stadions. Und zu Beginn schien es, als sollte auch beim Duell des Bundesliga-Spitzenreiters gegen den Tabellenvierten Kurzweil rar gesät sein. In der ersten Halbzeit geriet es zu einem der Spiele, dem nur professionelle Trainer ihre ganz spezielle Freude abgewinnen können: Beide Teams bemühten sich erfolgreich um Fehlerminimierung, entsprechend wenig passierte vor beiden Toren. Einzig ein Linksschuss von Ebbe Sand zwang Oliver Kahn zu einer Parade (40. Minute).

Ansonsten: penetrante Langeweile, auch in der zweiten Hälfte. Erst in den letzten Minuten schienen sich zumindest die Bayern darum zu bemühen, sich die Zusatzbelastung einer Verlängerung zu ersparen. Doch sowohl ein Freistoß von Owen Hargreaves als auch ein Kopfball von Giovane Elber strichen knapp am Tor vorbei. Dann vergab auch noch Santa Cruz kurz vor Schluss eine große Möglichkeit, als er freistehend im Strafraum den Ball auf das Tor drosch - allerdings genau dorthin, wo Torwart Rost stand. Später machte er es besser: Den letzten Elfmeter verwandelte Santa Cruz.

„Es geht um sehr viel“, zeigte Bayern-Manager Uli Hoeneß nach Ablauf der 90 Minuten Verständnis für den Handbremsen-Fußball beider Teams. „Ein Tor wäre sicher gut gewesen, dann hätten wir ein interessanteres Spiel gesehen.“ Immerhin das Ende entschädigte ein wenig – wenn auch nicht die Schalker.

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