Sport : EHC Eisbären: Kult ist Luxus

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Kult ist in der Deutschen Eishockey-Liga zu einem Luxus geworden, den sich immer weniger Klubs leisten möchten. Nach und nach werden zugige Eishallen durch moderne Arenen ersetzt. Die Fans der Kölner Haie tobten sich noch vor ein paar Jahren auf Stehtribünen in Zigarettenqualm und Bierdunst aus. Heute sitzen sie in der großen Kölnarena bei Rauchverbot auf Polstersesseln.

Ein gleiches Schicksal droht den Fans des EHC Eisbären. In drei Jahren will der Eigentümer des Berliner Klubs, die Anschutz-Gruppe, am Ostbahnhof eine moderne Großarena errichtet haben. Spätestens dann wird der Fan Abschied vom Kult um den Wellblechpalast in Hohenschönhausen nehmen müssen. Sollten die Eisbären heute gegen Oberhausen in die Play-offs einziehen, dann wollen sie ihr erstes Viertelfinalspiel in der Deutschlandhalle absolvieren. Die Arena in Charlottenburg bietet fast doppelt so vielen Zuschauern Platz wie der Wellblechpalast mit seinen 5000 Plätzen.

Dennoch wollen viele Fans Protestaktionen starten und mit Abwesenheit drohen. Eine knifflige Situation: Ohne den Klubeigner aus Nordamerika würden die Fans wohl heute ihre Eisbären in den Niederungen des deutschen Eishockeys abfeiern. Erst der Einstieg von Anschutz rettete den Berlinern vor drei Jahren ihr Überleben, als die Löcher im Etat immer größer wurden. Anschutz will dafür auch etwas erwirtschaften, nicht nur Mäzen eines Kultvereins sein.

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