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EHF-Pokal : Füchse Berlin richten Final-Turnier aus

Heimvorteil für die Füchse? Die Berliner Handballer richten das Final-Turnier im EHF-Pokal aus. "Die Wahrscheinlichkeit auf den ersten Titelgewinn der jüngeren Vereinsgeschichte ist zu Hause wesentlich größer als auswärts", sagt Füchse-Manager Bob Hanning.

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Anlauf aufs Finale: Jesper Nielsen und die Füchse hoffen, beim Finalturnier des EHF-Pokals auch noch auf der Platte dabei zu sein.
Anlauf aufs Finale: Jesper Nielsen und die Füchse hoffen, beim Finalturnier des EHF-Pokals auch noch auf der Platte dabei zu sein.Foto: Imago

Das Thema war diesmal tatsächlich leicht zu erahnen, dazu genügte ein Blick auf die Liste der Anwesenden. Auf der rechten Seite des Podiums saß in Bob Hanning gewissermaßen der Chef vom Dienst, und auf der linken hatte Handball-Bundesligist Füchse Berlin Pavel Horak platziert. Also jenen Akteur, der in seiner Karriere schon zweimal den EHF-Pokal gewonnen hat. Worum es wohl zwei Tage nach dem Einzug der Berliner in die Europapokal-Hauptrunde gehen würde an diesem Montagmorgen?

Hanning bestätigte schließlich, was sich zuletzt angedeutet hatte: dass nämlich die Füchse den Zuschlag für die Ausrichtung des Finalturniers im EHF-Pokal bekommen haben.

In der letzten Bewerbungsrunde setzten sie sich „dank eines schlüssigen Konzepts“ (Hanning) gegen die Standorte Luxemburg und Montpellier durch und sind nun am Wochenende 17./18. Mai 2014 Ausrichter der Veranstaltung, an der sie natürlich auch selbst teilnehmen möchten. „Die Wahrscheinlichkeit auf den ersten Titelgewinn der jüngeren Vereinsgeschichte ist zu Hause wesentlich größer als auswärts“, sagte Manager Hanning, der die entsprechende Zusage von der European Handball Federation (EHF) am frühen Morgen erhalten hatte. „Deshalb gehen wir auch ein hohes wirtschaftliches Risiko ein, um die Veranstaltung stemmen zu können.“ Etwa ein Zehntel des Jahresetats, also rund 500.000 Euro, nehmen die Berliner dafür in die Hand.

Riskant ist das Unterfangen schon allein des Termins wegen – immerhin findet am 17. Mai das DFB-Pokalfinale im Olympiastadion statt. „Wir sind dennoch selbstbewusst genug zu sagen: Die Halle wird Wochen vorher ausverkauft sein – selbst wenn es zum aus unserer Sicht schlimmsten Fall kommen würde und wir nicht dabei sind“, sagt Hanning. Im Moment ist allerdings noch unklar, ob – wie gewohnt – in der Schmeling-Halle gespielt wird oder in der 5.000 Zuschauer mehr fassenden Arena am Ostbahnhof. „Wir präferieren zwar klar die Schmeling-Halle“, sagt Hanning. „Aber mit den Detailfragen werden wir uns erst jetzt richtig beschäftigen müssen.“ Fest steht bislang lediglich, dass die Berliner als Finalausrichter ein Freilos im Viertelfinale besitzen, sofern sie die Hauptrunde überstehen. Auf welche Gegner sie in der Gruppenphase treffen, entscheidet sich an diesem Donnerstag bei der Auslosung in Wien.

Ein finanzielles Risiko beinhaltet die Austragung des Turniers vor allem auf Grund einer skurrilen Regelung, wonach der Gastgeber die Prämien für alle teilnehmenden Teams zu erwirtschaften hat. „Selbst wenn alles nach Plan läuft, gibt es für uns nichts zu verdienen bei diesem Wettbewerb – mal abgesehen vom Titel“, sagt Hanning. „Aber dafür lohnt sich der Aufwand. Und deshalb erwarte ich nicht weniger als acht Siege von unserer Mannschaft“, ergänzt der Manager.

Eine ähnliche Erwartung gebe es innerhalb des Teams, sagt Pavel Horak. „Uns ist bewusst, dass wir eine historische Chance haben“, sagt der Tscheche, der den EHF-Pokal 2011 und 2012 mit Göppingen gewonnen hat. „Wir wissen aber auch, dass man den Pokal nicht im Vorbeigehen gewinnt.“ Erst Recht nicht seit der Veränderung des Modus vor einem Jahr. Immerhin finden sich vier Champions-League-Teilnehmer aus dem Vorjahr im Klassement wieder.

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