Sport : Ehrenrunde für Österreich

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Markus Huber über den

neuen Star der Formel 1

Dreieinhalb Jahre ist es her, dass zuletzt ein Österreicher in der Formel 1 ein paar Runden im Kreis drehen durfte. Schon klar: Außerhalb Österreichs hat niemand etwas vermisst. Warum auch? Ein Gerhard Berger hat vor allem Erfolge abseits der Rennpiste erzielt, und seitdem er unter der Haube ist, darf er auch dabei nicht mehr punkten. Karl Wendlinger wiederum setzt sich schon in der deutschen Tourenwagen-Meisterschaft selten in Szene. Und für ganz austrophile Motorsportfans gibt es noch einen gewissen Alexander Wurz. Der ist Testfahrer bei McLaren – und das ist angesichts seiner Begabung und Österreichs Stellenwert im Motorsport mehr als angemessen.

Aber in Österreich sah man alles anders. Was wurde in den dreieinhalb Jahren gejammert, und spätestens im April dieses Jahres, als uns auch noch unser Grand Prix in Zeltweg weggenommen wurde, setzte das große Heulen ein. Nun endlich wird wieder einer von Niki Laudas Erben seine Runden ziehen. Christian Klien heißt er, ist gerade 20 Jahre alt und sitzt nächstes Jahr im Jaguar. Dass er mit der grünen Krücke bestenfalls hinterherrollen wird, ist egal. Er fährt – und das ist für Österreichs Nationalstolz wichtig. Was dieser Herr Klien wirklich kann, weiß kein Mensch. Aber laut Österreichs Medien soll er ein Großer sein. Im Wiener „Kurier“ war zu lesen, dass er ein ganz Ausgebuffter ist: Bei den Jaguar-Testfahrten sollen ihn die Ingenieure in den Kurven angefunkt haben, um zu sehen, ob Klien selbst dann, wenn die Fliehkräfte besonders wirken, alles unter Kontrolle hat. Angeblich hat Klien selbst in diesen Ausnahmesituationen geantwortet – wenn das mal kein gutes Omen ist.

Ach ja, noch etwas: Fast 15 Millionen Euro soll der Red-Bull-Hersteller Dietrich Mateschitz, Kliens Mentor, an Jaguar als Dankeschön für das Engagement überwiesen haben. Wenn man früher gewusst hätte, dass man mit 15 Millionen einen Ösi in die Formel 1 bringt, hätten wir uns viel Kummer erspart – 15 Millionen fürs Ego wären vom Finanzminister immer zu haben gewesen.

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