Sport : Eigentor im Internet

Betreiber von Bundesliga.de hat eine Million Euro Schulden

Robert Ide

Im Internet hat sich der Hinweis nicht geändert. Wie schon am Wochenende entschuldigten sich die Macher von www.bundesliga.de dafür, dass die Übertragungen der Fußball-Bundesliga kurzfristig ausfallen mussten. Wie am Sonntag berichtet, ist der Ausfall der Live-Reportagen auf Finanzprobleme der Betreibergesellschaft Altus Media zurückzuführen. Diese kann die Internet-Reporter in den Stadien nicht bezahlen – und das trotz Zuwendungen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) an Altus von 35 000 Euro monatlich.

„Der Ausfall ist eine unangenehme Sache“, sagt Andreas Krannich von der Deutschen Fußball-Liga. „Aber unser Ziel ist es, dass die Live-Berichterstattung im Internet weitergeht, und zwar so schnell wie möglich.“ Am Montag berieten die Verantwortlichen in Frankfurt am Main das Problem, noch in dieser Woche soll es Verhandlungen mit Altus geben. Denn die Internetfirma braucht dringend Geld. Nach Informationen des Tagesspiegel drücken Altus Altschulden in Höhe von knapp einer Million Euro. Die Auszahlung der Reporter sei das geringste Problem, heißt es aus DFL-Kreisen, die Ausstände hierfür lägen nur bei einigen zehntausend Euro. Insgesamt soll Altus 250 000 Euro pro Monat umsetzen, berichten Insider. Zuletzt hatte es einen rigiden Sparkurs bei Altus gegeben. Die Mitarbeiterzahl wurde von 90 auf 25 abgesenkt.

Bei Altus will man diese Zahlen nicht bestätigen. Allerdings gibt Firmenchef Thomas Look auf Nachfrage zu: „Unsere Firma benötigt kurzfristige Finanzhilfe und eine mittelfristige Perspektive von der DFL, ansonsten können wir nicht arbeiten.“ Schuld an der Misere sei vor allem der eingebrochene Werbemarkt. Zwar habe Altus seine Live-Berichte an 15 Radiosender weiterverkauft und dafür Werbezeiten als Gegenwert bekommen. Diese Werbezeiten seien aber schwer zu vermarkten.

Für den Fußballfan heißt das, dass er bis auf Weiteres ohne Live-Berichte im Internet auskommen muss. Zwar verspricht DFL-Geschäftsführer Michael Pfad, dass die Liga der Firma helfen will. Pfad sagt aber auch: „Es ist nicht unsere Aufgabe, Altus zu sanieren.“

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