Sport : Ein Angebot, keine Einigung

Der Streit bei Union könnte bis Weihnachten geklärt sein

André Görke

Berlin. Thomas Hüser fasst sich kurz. „Wir haben mit dem 1. FC Union verhandelt“, sagt der Geschäftsführer der Vereinigung der Vertragsfußballer (VdV). „Wir haben ein Angebot gemacht, aber mit Union noch keine Einigung erzielt. Ich werde das Angebot weder in Details erklären, noch werde ich eine Tendenz nennen. Wir haben Stillschweigen vereinbart.“ Die Mannschaft des 1. FC Union, die den VdV in den Rechtsstreit eingeschaltet hat, werde am Donnerstag über den aktuellen Stand informiert.

Auch Lars Töffling, der Pressesprecher des 1. FC Union, hält sich bedeckt. „Wir haben mit dem Vertreter der VdV einen Lösungsvorschlag erarbeitet – und zwar gemeinsam“, sagt Töffling. „Es gibt keine Deadline. Aber wir sind natürlich sehr froh, wenn wir die Geschichte schnell vom Tisch haben.“

Der 1. FC Union hatte, wie berichtet, seine Angestellten aufgefordert, auf 20 Prozent ihres Gehalts zu verzichten, um einer drohende Zahlungsunfähigkeit im Frühjahr zuvorzukommen. Am Montag, einen Tag nach dem 2:1-Sieg in Braunschweig, hatte die Mannschaft diese Forderung jedoch schriftlich abglehnt und die anwaltliche Vollmacht an den VdV übertragen. Dass mit Unions Stürmer Steffen Baumgart nur ein Spieler Mitglied der VdV ist, spiele keine Rolle, sagt Geschäftsführer Hüser.

Am Dienstag hatte sich das Präsidium des 1. FC Union zu einem vertraulichen Gespräch mit Frank Rybak, dem Rechtsbeistand der VdV, getroffen. Für den 1. FC Union saßen Präsident Heiner Bertram, Geschäftsführer Bernd Hofmann und Schatzmeister Armin Friedrich am Tisch. Nach vier Stunden waren die Gespräche beendet. Sie sollen konstruktiv gewesen sein.

Wenn alles gut läuft, so ist zu hören, kann bis Weihnachten eine Einigung gefunden werden. Spieler und Verein werden sich wohl von den Prozentpunkten annähern. Der 1. FC Union behält sich jedoch für den Fall, dass keine Einigung mit den Profis zu Stande kommt, weiterhin das Recht auf Änderungskündigungen vor. Dies soll allerdings laut Präsident Heiner Bertram nur „das letzte Mittel“ sein.

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