• Ein Arzt klagt an: Kampf gegen unerlaubte Mittel zeigt nur bei kleinen Teams Wirkung

Sport : Ein Arzt klagt an: Kampf gegen unerlaubte Mittel zeigt nur bei kleinen Teams Wirkung

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Die Kosten für hoch entwickeltes Doping spalten das Fahrerfeld der Tour den France in eine Zweiklassengesellschaft. Diese Ansicht vertritt Gerard Guillaume, Teamarzt der französischen Mannschaft Francaise des Jeux. „Wenn sich die Maschen des Netzes zusammenziehen, hat das Böse weiter eine Chance, auch wenn es nur noch einen kleinen Teil des Feldes betrifft, der sich hoch entwickeltes Doping leisten kann. Wenigstens auf diese Weise beginnt der Kampf gegen Doping, Früchte zu tragen“, sagte Guillaume in der Tageszeitung „Le Figaro“. Dem Mediziner ist aufgefallen, dass es bei der Tour einen großen Unterschied gebe zwischen jenen, die sehr schnell fahren und jenen, die versuchen, irgendwie mitzuhalten. „Da stellt sich jeder Fragen“, sagte Guillaume. Er nutzt die Tour regelmäßig als Bühne, um seine Dopingthesen zu veröffentlichen. In dem Interview bedauert er, dass „Wiederholungstäter Karriere machen, ohne jemals zur Rechenschaft gezogen zu werden“.

NEUE PRAKTIKEN

Teamarzt Guillaume berichtete auch über neue Doping-Praktiken mit dem bei Ausdauersportlern beliebten Hormon Erythropoetin (Epo): Fahrer, die manipulieren wollten, nähmen so geringe Mengen des Blutdoping-Mittels, dass sie nur noch 24 Stunden lang positiv seien. Früher sei die Epo-Gabe acht Tage lang nachweisbar gewesen. Der Teamarzt bezog sich auf Untersuchungen von Professor Audrans aus Montpellier. Epo ist ein künstlich hergestelltes Mittel zur Erhöhung der Anzahl der roten Blutkörperchen und damit der Sauerstoffaufnahmefähigkeit des eigenen

Blutes.

WIEDERHOLUNGSTÄTER

Am Dienstag war bei der Tour die Frau des italienischen Radprofis Dario Frigo mit zehn Dosen Epo erwischt worden. Ihr Mann wurde von der Polizei festgenommen und von der Tour de France ausgeschlossen. Ihm droht nun eine Gefängnisstrafe und eine lebenslange Sperre, weil Frigo schon zum zweiten Mal auffällig geworden ist.

AUSSCHLUSS

Vor dem Start der 10. Etappe musste der Russe Jewgenj Petrow aus dem Feld genommen werden. Eine Blutkontrolle hatte bei ihm einen überhöhten Hämatokritwert ergeben. Dieser gibt den Anteil der roten Blutkörperchen im Blut an und gilt als ein Indiz für Doping. Tsp/dpa

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