Sport : Ein Auftakt zum Staunen

Die Eisbären gewinnen ihr erstes Play-off-Spiel 3:2 gegen Augsburg – und tun sich dabei ziemlich schwer

Claus Vetter

Berlin - Der Abend im Sportforum wurde stimmungsvoll eröffnet. Es gab ein Feuerwerk mit einem in den Ohren schmerzenden Knall, und die Zuschauer hielten weiße und rote Papierquadrate in die Luft. Eine schöne, geplante Choreographie, die dann aber nicht so prächtig mit dem nicht planbaren Teil des Abends korrespondieren wollte. Zumindest aus Sicht der Eisbären. Denn der Favorit tat sich bei seinem ersten Play-off-Spiel im Viertelfinale der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) lange sehr schwer. 31 Spielminuten lang lagen die Eisbären sogar gegen die Augsburger Panther 0:1 zurück, bevor dann das Ausgleichstor von Derrick Walser die Wende einleitete. Am Ende besiegten die Berliner die Schwaben dank des Siegtreffers von Denis Pederson 3:2 (0:1, 1:0, 2:1) und führen nun 1:0 in der nach dem Modus „Best of seven“ gespielten Serie, die am Sonntag in Augsburg ihre Fortsetzung findet.

Es war schon erstaunlich, dass sich der Weg zum ersten Sieg in der Endrunde um die deutsche Eishockey-Meisterschaft für die Eisbären so mühsam gestaltete. Denn am Gegner, der gestern meist sehr biedere Mittel bemühte, lag es nicht. Kaum hatte sich der Nebel des Feuerwerks aus der mit 4600 Zuschauern erstaunlicherweise nicht ausverkauften Halle verzogen, da hatten die Berliner auch schon mit einem Abwehrfehler den Augsburgern den Führungstreffer ermöglicht. John Miner und Brian Felsner tauchten in der 3. Spielminute ungestört vor Olaf Kölzig auf, und Felsner konnte den machtlosen Berliner Torhüter im Nachschuss überwinden. Der Gegentreffer beeindruckte die Eisbären erstaunlich lange. Ein schöner Schuss von Alexander Barta,der knapp am Augsburger Tor vorbei ging, und ein Pfostentreffer von Stefan Ustorf – mehr brachten die Berliner im ersten Drittel nicht zustande.

Das Spiel war zwar umkämpft, aber nicht eben schön anzuschauen. Und die Eisbären kamen erst so richtig ins Spiel, als der Kontrahent sich selbst dezimierte. Zwei Spieler der Panther saßen auf der Strafbank, als Derrick Walser sich bei der ersten Berliner Überzahl als Torschütze zum 1:1 feiern ließ – der Augsburger Mike Pudlick hatte den Puck ins eigene Tor abgefälscht.

Was folgte, war ein pausenloses Anrennen der Berliner auf das Augsburger Tor. Bis zur 47. Minute machte Jean-Francois Labbe alle Bemühungen zunichte, dann wurde der Torhüter der Panther aber doch ein zweites Mal bezwungen. Steve Walker brachte die Eisbären mit einem Stochertor erstmals in Führung. Acht Minuten vor Schluss aber kamen die Augsburger bei einem ihrer seltenen Ausflüge ins Berliner Drittel zum Ausgleich – die Freude darüber währte bei ihnen nicht lang. Wenig später kassierten die Panther zu Recht eine Zwei-Minuten-Strafe, weil sie mit sechs Spielern auf dem Eis waren. Pederson gelang bei der folgenden Berliner Überzahl der Treffer zum 3:2. Die Eisbären hatten den hartnäckigen Gegner verdientermaßen niedergerungen – mehr aber auch nicht.

In spielerischer Hinsicht konnten die Berliner gestern nicht beweisen, dass sie zu den Favoriten im Kampf um den Titel gehören. Aber das muss nichts heißen. Schließlich zählt in den Play-offs am Ende nur das Resultat. Und das sprach gestern für die Eisbären.

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