Sport : Ein bisschen Glaube

Vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart spricht Herthas Trainer Meyer vom „realistischen Optimismus“

André Görke

Berlin. Das Schöne an Hans Meyer ist, dass er nichts mehr schön reden muss. In den vergangenen Tagen hat so ziemlich jeder der Fußballspieler von Hertha BSC harte Kritik vom Trainer einstecken müssen. „Unsere Situation ist einfach beschissen“, hat Meyer zuletzt mal gesagt, und trotzdem „ist mein realistischer Optimismus noch nicht erschüttert“. Hans Meyer hat zumindest am Ende seiner langen Karriere als Trainer viel Erfahrung im Abstiegskampf sammeln dürfen, deshalb sind seine Worte durchaus ernst zu nehmen. „Realistischer Optimismus“ also. Und das vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart.

Am Sonntag, 17.30 Uhr, wird Hans Meyer das erste Mal als Trainer der Berliner in einem Heimspiel an der Seitenlinie stehen. Im Olympiastadion werde Hertha den Abstiegskampf entscheiden, hat Meyer vor einigen Tagen gesagt. „Unsere Mannschaft ist nicht so gefestigt, dass man davon ausgehen kann, dass sie auswärts eine Serie startet.“

Derzeit ist sie sowieso nicht gefestigt. Das liegt an den personellen Veränderungen, die Meyer nach der 0:4-Niederlage bei Werder Bremen am vergangenen Wochenende vornehmen wird. Herthas belgischer Nationalspieler Bart Goor brach sich am vergangenen Mittwoch das Wadenbein, als ihn sein Kollege Pal Dardai im Training mit einer Grätsche zu Fall brachte. Goors Arbeit im linken, offensiven Mittelfeld wird gegen Stuttgart wohl der Brasilianer Marcelinho übernehmen, der in der Zentrale durch Andreas Neuendorf ersetzt wird.

Auch im rechten, offensiven Mittelfeld hat sich etwas getan, allerdings noch nicht viel. Giuseppe Reina, 31, verkörpert zwar jetzt die Hoffnung auf Besserung im Angriffsspiel, doch da sein Transfer von Dortmund zu Hertha so schnell am Montag über die Bühne ging, konnte der Stürmer noch nicht einmal seine Koffer packen. Das holte er am Mittwoch nach und verpasste deshalb zwei Trainingseinheiten. „Die Chancen stehen 50:50, dass er spielt“, sagt Meyer. Viele Alternativen hat er jedoch nicht, um nicht zu sagen: gar keine. Artur Wichniarek (Muskelfaserriss) ist verletzt, Nando Rafael gegen Stuttgart noch gesperrt. Erst in einer Woche in Freiburg darf er wieder spielen.

Auch in der Defensive sieht es nicht sonderlich gut aus. In Bremen hat Kapitän Dick van Burik eine Prellung am Fuß erlitten, er konnte nur vorsichtig trainieren. Niko Kovac ist dagegen wieder fit. Optimismus also? „Man muss an die Chance glauben“, sagt Manager Dieter Hoeneß. „Etwas anderes bleibt uns nicht übrig.“

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