• „Ein bisschen sensationell“ Früh wie nie qualifizieren sich die deutschen Basketballer für die EM

Sport : „Ein bisschen sensationell“ Früh wie nie qualifizieren sich die deutschen Basketballer für die EM

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Sarajevo (dpa). Es geht auch ohne Dirk Nowitzki – zumindest auf europäischem Level: Mit der vorzeitigen Qualifikation für die Europameisterschaft vom 5. bis 14. September 2003 in Schweden haben Deutschlands Basketballer ihr TopNiveau in Europa bestätigt. Nowitzki ist in der amerikanischen Profiliga NBA unabkömmlich – und sehr erfolgreich. Nowitzki und die Dallas Mavericks sind nur noch zwei Siege vom Startrekord in der National Basketball Association entfernt. Die Texaner deklassierten am Mittwochabend die bis dahin daheim ungeschlagenen Detroit Pistons mit 102:82 und verbuchen in den ersten 14 Saisonspielen 14 Siege.

„Ich kann mich nicht erinnern, dass wir uns mal so früh für eine EM qualifiziert haben. Das ist schon ein bisschen sensationell“, sagte Wolfgang Hilgert, der beim Deutschen Basketball-Bund als Vizepräsident für den Leistungssport zuständig ist. 83:76 hatten die Deutschen am Mittwochabend Bosnien-Herzegowina geschlagen. Mit einer Klasseleistung meisterte das Team von Bundestrainer Henrik Dettmann nach Mazedonien und Kroatien auch die dritte Auswärtsaufgabe auf dem Balkan. „Kroatien und Bosnien sind kein Fallobst, sondern zählen zur europäischen Elite“, sagte Hilgert.

Nach dem Auftritt in Sarajevo, wo 12000 fanatische Zuschauer mit Batterien, Kugelschreibern, Feuerzeugen und Münzen warfen, sprach Dettmann von einer „reifen Leistung“ seiner Spieler. „Das war eines der besten Spiele meiner Mannschaft, die echten Charakter und mentale Stärke gezeigt hat“, sagte der 44-jährige Finne. Vor allem der frühere Berliner und jetzige Spanien-Profi Ademola Okulaja, mit 22 Punkten bester Werfer, und Alba Berlins Stefano Garris hatten es Bundestrainer Dettmann angetan. Garris brachte es auf 14 Punkte.

Die beiden noch ausstehenden Heimspiele gegen Mazedonien am 22. Januar 2003 in Koblenz und gegen die punktgleichen Kroaten am 25. Januar in Leverkusen werden jetzt zum Schaulaufen. Bei der EM in Schweden im September 2003 wollen sich die Deutschen dann – mit Hilfe von Dirk Nowitzki – für die Olympischen Spiele in Athen 2004 qualifizieren.

Die deutschen Basketballerinnen dagegen sind tief enttäuscht. Nach dem 72:57-Sieg gegen Rumänien in Chemnitz flossen Tränen. 37 Punkte Abstand wären notwendig gewesen, um das Qualifikations-Aus zu verhindern. Der Bronzemedaillen-Gewinner von 1997 verpasste damit zum zweiten Mal in Folge die EM und somit auch die Olympia-Chance.

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