Sport : Ein bisschen Spaß muss sein

SCC-Volleyballer gewinnen ganz locker 3:0 gegen Mendig

Karsten Doneck

Berlin. Die Italien-Reise war kein Vergnügen, auch über die 1:3-Niederlage bei Sisley Treviso hinaus nicht. Marko Liefke stöhnte über zu wenig Beinfreiheit im Flugzeug – der Mann ist 2,06 Meter groß. Jan Günther, zehn Zentimeter kleiner, kam über den Rückflug nach Berlin anderweitig ins Grübeln. „Wir sind mit zwei Stunden Verspätung um Mitternacht in Schönefeld gelandet. Dann dauerte es noch eine Stunde, bis ich zu Hause im Bett lag. Und dann denkst du: Mensch, morgen haben wir schon wieder das nächste Spiel, wie soll das bloß gehen?“, sagte Günther. Aber weder Liefkes Bewegungsapparat noch Günthers Stresssymptome konnten den Volleyballern des SC Charlottenburg etwas anhaben. Nur drei Tage nach dem durchaus ehrenvollen Auftritt in der Champions League in Italien machte der Deutsche Volleyball-Meister beim 3:0 (25:19, 25:17, 25:18) gegen den Tabellendritten Maoam Mendig auch in der Bundesliga schon wieder eine gute Figur. „Wir haben die Partie sehr souverän runtergespielt, unser Zusammenspiel wird immer harmonischer“, lobte Manager Kaweh Niroomand hinterher.

Mendig schaffte es in den 60 Spielminuten nicht einmal, in Führung zu gehen und kam in keinem der Sätze über die magische Marke von 20 Punkten, was im Volleyball schon als Ausdruck großer Unterlegenheit gilt. Beim SCC wunderte man sich derweil, wie einfach das Siegen fiel. „Wir haben einfach Lust am Spiel, keiner lässt sich hängen, jeder bei uns ist hundertprozentig motiviert“, rühmt Günther das große Ganze. Nach Aussage von Libero Nisse Huttunen kam die Mannschaft schon mit einer ziemlich entspannten Haltung in die Halle. „Wir wollten ein bisschen Spaß haben“, sagte der Finne.

Der SCC blieb in dieser Saison in neun Bundesligaspielen sowie im DVV-Pokal ungeschlagen. „Zurzeit läuft es super bei uns“, sagt Huttunen. Im Angriff ließen Marko Liefke, Eugen Bakumovski und Aleksandar Spirovski nach variablem Zuspiel von Jaroslav Skach die gegnerische Abwehr am Netz immer wieder ins Leere greifen. Auch im Aufschlag erreichten die Gastgeber mehr Stabilität als zuletzt, wenngleich Liefke am Ende trotzdem mit sich selbst haderte. „Zwei Sätze lang schlage ich schlecht auf, und dann, im dritten Satz, da kommen dann doch noch ein paar Bälle von mir ganz gut“, sagte die Nummer eins des SCC.

Die Saison, so erfolgreich sie auch für den SCC laufen mag, geht indes nicht spurlos an den Spielern vorbei. Liefke wird am Montag erst einmal beim Arzt aufkreuzen. „Ich kann kaum noch stehen“, sagte der 29-Jährige nach dem Spiel gegen Mendig. „Mir tun die Knie weh. Das geht jetzt schon seit Wochen so. Es sind immer wieder diese Kleinigkeiten: mal der Rücken, dann die Schulter, jetzt die Knie …“ Liefke bleibt kaum Zeit zur Regeneration. Gleich nach Weihnachten beginnt für ihn bei der deutschen Nationalmannschaft die Vorbereitung auf die Olympia-Qualifikation Anfang Januar in Leipzig.

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