Sport : Ein bisschen Spaß muss sein

Norbert Thomma

über die Marilyn Monroe von Rudi Völler Also, das ehemalige Spice-Girl Geri Halliwell und Christian Ziege haben... – halt! Nicht, was Sie denken. Dies hier ist ein seriöser Sportteil. Aber um 12.03 Uhr kam die Nachricht, Rudi Völler habe Christian Ziege fürs Nationalteam nominiert. Als Fußballer ist Ziege nicht mehr so richtig zu gebrauchen, er soll nur für gute Laune sorgen. Weil davon hat „die Truppe“ (Völler) bei der Europameisterschaft in Portugal sicher jede Menge nötig. So wie Geri Halliwell, die wurde kürzlich zur Belustigung der Soldaten im Oman eingesetzt.

Das hat Tradition. Marlene Dietrich sang in Nordafrika den GIs die englische Version von Lili Marleen. Bob Hope war sowieso überall, wo sich eine Front auftat, vom Zweiten Weltkrieg bis Vietnam. „Truppenunterhaltung“ heißt das. Im asiatischen Dschungel ließen sie dazu auch Playbloy-Häschen tanzen, wie es in „Apocalypse Now“ zu sehen war. Berühmt auch der Einsatz von Marilyn Monroe, die 1954 extra ihre Hochzeitsreise unterbrach, um die Truppen im Koreakrieg aufzumuntern.

Fußballer halten sich ihre Truppenunterhalter in den eigenen Reihen. Legendär die Scherzkekse Helmut Rahn, Sepp Maier, Pierre Littbarski und Mehmet Scholl. Scholl erzählte gern Witze (siehe „Spiegel“ 27/1996) wie: „Kommt eine schwangere Frau zum Bäcker und sagt: Ich bekomm’ einen Laib Brot. Sagt der Bäcker: Sachen gibt’s.“ Fußballer eben. Und jetzt also, bei der EM 2004: der Entertainer Ziege. Nach dem Auftritt von Geri Halliwell in der Golfregion, übrigens, sagte ein Armeesprecher: „Ein Alptraum.“ Die Dame hatte mitten in der Wüste einen Kühlschrank voll mit Sojamilch verlangt.

Rudi Völler sollte gewarnt sein.

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