Sport : Ein Box-Denkmal kommt abhanden

Bernard Hopkins verliert in Las Vegas - was Arthur Abraham nach seinem Sieg in Nürnberg nicht freut

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Las Vegas/Nürnberg Box-Star Bernard Hopkins hat seine WM-Titel verloren und und damit dem in Deutschland lebenden WBA-Interkontinentalmeister Arthur Abraham ein Problem bereitet. Der Armenier, der für den Sauerland-Stall boxt, hatte in Nürnberg seinen Mittelgewichts-Titel gegen den Engländer Howard Eastman erfolgreich nach Punkten (116:112, 115:113, 119:110) verteidigt. Nun wollte er eigentlich gegen Hopkins antreten. Doch der Dauerweltmeister aus den USA hat gegen seinen Landsmann Jermain Taylor in Las Vegas eine überraschende Niederlage erlitten. Zwei Mal 115:113 sowie 112:116 lautete das Urteil der Punktrichter. Es war Hopkins erste Niederlage seit dem 22. Mai 1993. Der 40-Jährige verlor damit alle vier WM-Titel im Mittelgewicht (WBA, IBF, WBC, WBO).

In Nürnberg hatte Abraham seinem Gegner einen harten Kampf geliefert, der nicht immer sauber geführt wurde. Zeitweise hatte Eastman ihn mit Schlägen sogar eingedeckt, ehe der Wahl-Berliner dann wieder zurückschlug. Eastman äußerte sich nach dem Kampf verärgert über das Urteil, er sah Abraham durch den Heimvorteil klar bevorteilt. Doch die meisten Experten waren sich einig: Der Sieg geht in Ordnung. Nun fordert Promoter Wilfried Sauerland für den gebürtigen Armenier einen Kampf mit dem Leverkusener Ex-Weltmeister Felix Sturm von der Hamburger Universum Box-Promotion.

Ein weiterer Hoffnungsträger im Mittelgewicht ist Sebastian Sylvester, der sich in Nürnberg vom französischen Europameister Morrade Hakkar den Titel einstimmig nach Punkten (117:111, 116:112, 115:113) holte. „Wenn er sich so weiter entwickelt, warten große Aufgaben auf ihn“, sagte Sauerland.

Zwar hat Schwergewichts-Champion Witali Klitschko an diesem Wochenende nicht geboxt, dennoch hat er eine Niederlage erlitten. Der Verband World Boxing Council beschloss, dass er sich innerhalb von sechs bis acht Wochen nach dem Duell um die so genannte Interims-WM zwischen Hasim Rahman und Monte Barrett (beide USA) einem Titelduell mit dem Sieger stellen muss. Klitschko wollte nach seiner langen Verletzungspause zunächst eine freiwillige Titelverteidigung gegen den in 26 Kämpfen ungeschlagenen Amerikaner Calvin Brock bestreiten. Laut WBC darf Klitschko diesen Kampf mit seiner eigenen Promotion-Agentur aber nur dann veranstalten, wenn er sich mit Promoter Don King einigt. King hat das bereits abgelehnt. dpa

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