Sport : Ein Chaot und Superstar

Die Biografie des Schwimmers Phelps

Frank Bachner

Hass, der siebenjährige Michael empfand nur Hass, als er seine erste Schwimmstunde hatte. Die Mutter hatte ihn in den Pool mitgenommen, der Sohn sollte von der Scheidung der Eltern abgelenkt werden. Der Sohn aber brüllte und tobte. Zwölf Jahre später gewann Michael Phelps aus Baltimore im Schwimmen sechs Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen. Bei der WM 2005 holte er noch mal vier Titel. Phelps ist der erfolgreichste Schwimmer der Gegenwart. Dass dahinter Talent, Willensstärke und Schmerzen stecken, ist klar. Ob auch noch andere Mittel, sagt er nicht. Wenn sich Phelps auf seinen Aufstieg zum Superstar beschränkt hätte, wäre seine Biografie Stoff für Insider. Aber der Topathlet beschreibt bemerkenswert offen den Menschen Phelps, das erhebt das Buch zur angenehmen Lektüre. Phelps präsentiert sich als Chaoten, der Computer kaputtmacht, ständig Schlüssel verliert und fast seinen ersten Olympiaeinsatz verpasst hätte, weil er mit der falschen Akkreditierung in die Halle wollte. Aber er sagt auch, wie sehr er den Halt durch Mutter und Schwester benötigt. Michael Phelps ist im Pool ein Superstar. Im Alltag nicht.

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