Sport : Ein Comeback, das schockt

Paul Scholes kickt mit 37 Jahren für ManU.

Dritter Frühling. Paul Scholes kehrte für ManU auf den Rasen zurück. Foto: AFP
Dritter Frühling. Paul Scholes kehrte für ManU auf den Rasen zurück. Foto: AFPFoto: AFP

Manchester - Alex Ferguson fühlte sich nach dem 3:2-Sieg des englischen Fußballmeisters Manchester United beim Stadtrivalen Manchester City und dem Einzug in die vierte FA-Cup-Runde wie im siebten Himmel. Mit „grandios“ und „glänzend“ umschrieb die Trainer-Legende die beiden Spielerpersönlichkeiten, die einem denkwürdigen Derby den Stempel aufdrückten: Wayne Rooney und Paul Scholes, der gut sechs Monate nach seinem Rücktritt ein Comeback gab.

Nach einer turbulenten Weihnachtszeit mit einem zünftigen Abend auf der Piste im Familien- und Freundeskreis, einer nachfolgenden Suspendierung durch den Klub und der öffentlichen Versöhnung mit Sir Alex war Rooney am Sonntag mit zwei Toren der Matchwinner. „Das war eine glänzende Vorstellung“, sagte der 70-jährige Ferguson über den englischen Nationalstürmer.

Der knorrige Schotte, der zuweilen auch mal cholerische Züge haben soll, wenn sein Personal über die Stränge schlägt, versicherte ein intaktes Verhältnis zu Rooney. „Es gibt überhaupt kein Problem mit dem Temperament des Jungen“, sagte Ferguson, der mit seinem Team in der vierten Pokal-Runde Ende Januar beim FC Liverpool antreten muss. Belastend für den Star sei, dass er unter ständiger Beobachtung der Medien stehe. Der Teammanager von ManU zog in dieser Hinsicht den Vergleich zu Englands ehemaligen Starspieler Paul Gascoigne, der immer ungewollt für Schlagzeilen sorgte. „Es wird alles aufgeschrieben, jede Bewegung“, sagte Ferguson.

Gascoignes Karriere war begleitet von vielen Eskapaden abseits des Platzes, der begnadete Techniker leidet zudem unter seiner Alkoholsucht. Rooneys Schicksal sei wie bei Gazza aber die Popularität. „Er macht Schlagzeilen, im positiven wie im negativen Sinn“, sagte Ferguson.

Die am Sonntag waren positiv für Manchester United. Die gute Stimmung beim Rekordmeister, der zuvor zweimal verloren hatte und in der Premier League drei Punkte hinter Spitzenreiter City liegt, konnte auch nicht Roberto Mancini stören. Der Teammanager klagte darüber, dass Rooney den Feldverweis für den ehemaligen Hamburger Profi Vincent Kompany provoziert habe. Trotzdem kamen die Hausherren noch heran.

Mit allem, was man hatte, stemmte sich der Meister dagegen. Dabei half Paul Scholes. „Er ist eine grandiose Ergänzung in unserem Kader in einer sehr wichtigen Phase dieser Saison“, sagte Ferguson über den 37-Jährigen, der nach der Niederlage Uniteds im Champions-League-Finale gegen den FC Barcelona (1:3) sein Karriere eigentlich beendet hatte.

„Die Spieler waren begeistert, ich war begeistert, und ich weiß, dass die Fans auch begeistert sein werden“, sagte Ferguson, der den Mittelfeldspieler wegen des großen Personalmangels zurückholte. Scholes, der zusammen mit David Beckham zur goldenen United-Generation der 90er Jahre gehörte, die 1999 die Champions League gegen Bayern München gewann, war im Sommer zurückgetreten. Seitdem betreute er die Reserve der Red Devils. Eigentlich. Doch irgendetwas fehlte ihm. Scholes hielt sich fit und als mehrere Verletzungen im Mittelfeld Coach Ferguson in Not brachten, bot er Hilfe an. „Er kam zu mir und sagte, er wolle zurückkehren, er würde etwas vermissen“, berichtete Ferguson.

Scholes kam gegen City nach knapp einer Stunde für Nani. Rooney meinte zum Comeback: „Es war ein kleiner Schock, um ehrlich zu sein. Wir wussten erst in der Kabine, dass er wieder dabei ist. Es wird allen einen Schub geben.“ dapd

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