Sport : Ein Cottbuser zur WM

Gregg Berhalter gehört zum Stamm der US-Auswahl

Matthias Koch[Dortm]

Gregg Berhalter erledigt seine Aufgaben als Fußballprofi derzeit scheibchenweise. Bis zum späten Mittwochabend lag die Konzentration des Nationalspielers der USA voll und ganz auf der Testpartie gegen Deutschland in Dortmund (erst nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe beendet). Ab heute dreht sich im Hause Berhalter wieder alles um seinen Klub, den Zweitligisten FC Energie Cottbus. Bei den zwei Heimspielen in Folge gegen den 1. FC Saarbrücken am Sonntag und den SC Freiburg am 31. März könnte Energie einen großen Schritt in Richtung Erstklassigkeit machen. „Ich hoffe, dass uns der Aufstieg gelingt“, sagt Gregg Berhalter, der in der Abstiegssaison 2002/03 schon 23 Mal für die Lausitzer in der Bundesliga gespielt hat.

Den derzeit in Deutschland herrschenden Fußball-Frust und die Kritik an Bundestrainer Jürgen Klinsmann kann der Cottbuser Kapitän nicht nachvollziehen. „Es ist das Beste, wenn Klinsmann seine Sache durchzieht. Er ist der richtige Mann für diesen Job. Außerdem liegt es ja nicht nur am Trainer. Die Spieler müssen sich als Mannschaft präsentieren.“

Berhalter ist in Europa viel herumgekommen. Er stand bei Crystal Palace in England sowie Sparta Rotterdam, FC Zwolle und Cambuur Leeuwarden in den Niederlanden unter Vertrag. Und weil der Amerikaner mit irischen Wurzeln nirgends richtig sesshaft geworden ist, findet er auch an Klinsmanns Pendelei zwischen Deutschland und seiner Wahlheimat Kalifornien nichts Ungewöhnliches. Berhalter: „Diese Diskussion halte ich für übertrieben. Es gibt doch täglich Flüge zwischen beiden Ländern. Theoretisch könnte Klinsmann auch jedes Spiel im Fernsehen verfolgen.“

Nicht nur im TV, sondern auf dem Rasen will der 32-Jährige die WM in Deutschland erleben. „In letzter Zeit habe ich immer gespielt und war so etwas wie der Abwehrchef. Aber die Konkurrenz ist groß.“ Die Partie gegen Deutschland nicht eingerechnet, kam Berhalter bislang auf 45 Einsätze im Nationaltrikot. 2002 war er bei der WM in Japan und Südkorea gegen Mexiko im Achtelfinale (2:0) und gegen Deutschland im Viertelfinale (0:1) dabei. Sollte er seinen Platz im Kader für die WM 2006 behaupten, profitieren davon auch seine Verwandten und Freunde. „Jeder Spieler bekommt pro Spiel 13 Eintrittskarten“, sagt Berhalter, der die WM-Gruppe E, in der die USA auf Tschechien, Italien und Ghana treffen, zu den schwersten Vorrundengruppen zählt.

Ob es mit ihm nach der Saison beim FC Energie weitergeht, vermag Gregg Berhalter derzeit nicht zu sagen. Sein Vertrag läuft aus. Der Cottbuser Manager Ralf Lempke wird erste Verhandlungen mit den betreffenden Energie-Spielern erst im April aufnehmen. „Momentan wissen wir ja noch gar nicht, wo es hingeht“, sagt Lempke. Er bescheinigt Berhalter indes auch „sehr gute Leistungen – allerdings müssen wir sehen, ob die Sache finanziell passt.“ Der US-Amerikaner besitzt noch einen Vertrag aus der Zeit, bevor die Cottbuser auf einen drastischen Sparkurs umgeschaltet haben.

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