Sport : Ein Defensivstar für mehr Offensive: Die Bayern wollen offenbar Gattuso holen

Berlin - Der italienische Fußball-Weltmeister Gennaro Gattuso steht offenbar kurz vor einem Wechsel zum FC Bayern München. Der 30-Jährige habe sich weitgehend mit dem Deutschen Meister geeinigt und werde den AC Mailand wohl nach neun Jahren verlassen, hieß es am Donnerstagabend nach Angaben der Fernsehstation Italia 1. Der Sender gehört zur Mediaset-Gruppe von Silvio Berlusconi. Bis zu seiner Vereidigung als italienischer Ministerpräsident am Donnerstag war Berlusconi auch Präsident des AC Mailand. Der Klub soll durch den Gattuso-Wechsel angeblich 15 bis 20 Millionen Euro verdienen. „Die Würfel sind so gut wie gefallen“, vermeldete Italia 1, „Milan verliert ein Stück seiner Geschichte.“

Der AC Mailand hatte in dieser Woche den französischen Nationalspieler Mathieu Flamini für vier Jahre verpflichtet. Durch den Zugang der Franzosen für das defensive Mittelfeld war ein Wechsel des sechs Jahre älteren Gattuso wahrscheinlicher geworden. Bayern Münchens Aufsichtsratschef Franz Beckenbauer würde eine Verpflichtung des Italieners begrüßen. „Er gefällt mir. Gattuso wäre ein wichtiger Mosaikstein für uns in der Champions League. Er wäre geradezu perfekt“, hatte Beckenbauer am Mittwoch in der Sportzeitung „La Gazzetta dello Sport“ erklärt. In italienischen Medien wurde im Gegenzug über einen Wechsel von Münchens Außenverteidiger Willy Sagnol zum noch amtierenden Champions-League-Sieger spekuliert. Sagnol hatte nach dem 2:0-Sieg der Münchner gegen Bielefeld am Mittwoch nicht an der vorgezogenen Meisterfeier teilgenommen.

Im Stadion dabei war dagegen der neue Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann. Ein möglicher Transfer Gattusos dürfte mit ihm abgestimmt sein. Die Bayern verfügen bereits über zwei gute defensive Mittelfeldspieler – den feinen Techiker Zé Roberto und den rustikal das Spiel des Gegners unterbindenden Mark van Bommel. Gattuso vereint beide Eigenschaften in sich. Nach der Verpflichtung könnten die Bayern in der neuen Saison ihr defensives Mittelfeld auf den Italiener fokussieren und weiter vorn wieder mit einem Spielmacher agieren. Das würde das Spiel der Bayern offensiver machen. dpa/klapp

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