• Ein deutscher Angolaner aus Amsterdam Herthas Nando Rafael soll für die U21 spielen

Sport : Ein deutscher Angolaner aus Amsterdam Herthas Nando Rafael soll für die U21 spielen

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Berlin Nando Rafael hat es gestern Nachmittag vor dem Training von einem Journalisten erfahren – so richtig glauben wollte er es da noch nicht. Und auch als Herthas Stürmer nach der Übungseinheit den Anrufbeantworter seines Handys abhörte, auf den eine Sekretärin des deutschen U-21-Nationaltrainers Dieter Eilts gesprochen hatte, glaubte er an zunächst einen Scherz. „Ich muss mich erstmal zu Hause hinsetzen und versuchen das zu realisieren“, sagt Rafael. „Ich bin so glücklich.“ Der 21 Jahre alte gebürtige Angolaner soll künftig für Deutschland spielen: Rafael wurde für die nächsten beiden Spiele der U-21-Nationalelf nominiert. In der EM-Qualifikation spielen die Deutschen am 2. September in Trier gegen Aserbaidschan und am 6. September in Mainz gegen England. Möglich wurde die Berufung des in der angolanischen Hauptstadt Luanda geborenen Stürmers durch ein Ereignis vor knapp vier Wochen: Am 28. Juli erhielt Nando Rafael seine Einbürgerungsurkunde.

Als Rafael neun Jahre alt war, wurden seine Eltern in Angola bei einem Überfall getötet. Kurze Zeit später flüchtete er in die Niederlande, wo er in die Fußballschule von Ajax Amsterdam aufgenommen wurde. Dort spielte Rafael, bis er 2002 zu Hertha BSC wechselte. Rafael hätte auch versuchen können, die niederländische Staatsbürgerschaft zu bekommen. „Es ist fast unmöglich, Nationalspieler in Holland zu werden“, sagt Rafael dazu. In die deutsche Nationalmannschaft zu kommen, sei dagegen nur „sehr schwierig. Viel wichtiger ist aber, dass ich mich in Deutschland sehr wohl fühle.“ Für sein Geburtsland Angola zu spielen, sei für Rafael nicht in Frage gekommen. „Ich habe dort keine Familie mehr und deshalb keinen Bezug zu diesem Land.“

Mit dem Verweis auf einen fehlenden Bezug zu Deutschland hat Bundestrainer Jürgen Klinsmann das Ansinnen des Brasilianers Lincoln von Schalke 04 abgelehnt, in der deutschen A-Nationalelf spielen zu wollen. Für U-21-Trainer Eilts ist das „eine andere Geschichte. Lincoln wollte nur deshalb Deutscher werden, weil er in Brasilien nicht zum Zuge gekommen ist. Bei Rafael ist das nicht der Fall.“ ist

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