Sport : Ein Deutscher aus dem Ausland

Bei der Breeders Crown im Trabrennen in Berlin-Mariendorf ist Early Maker mit Jorma Kontio der Star

Hartmut Moheit

Geboren in Deutschland und im Ausland zum Star geworden – in der Trabrennszene ist der sechsjährige braune Hengst Early Maker dafür derzeit das Paradebeispiel dafür. Rund 244 000 Euro stehen auf seinem Gewinnkonto, bevor er am Sonntag bei der 42. Breeders Crown in Berlin-Mariendorf an den Start geht. „Er ragt aus dem Starterfeld heraus, das weitere große Pferde mit sehr prominenten Fahrern aufweist“, sagt Ulrich Mommert, der Chef des Berliner Trabrennvereins. Doch Early Maker, der Mitte 2005 nach Italien gewechselt ist und seit diesem Jahr in Ginai in der Normandie von Fabrice Souloy trainiert wird, zieht das besondere Interesse auf sich.

Allein schon deswegen, weil er einer Besitzergemeinschaft namens „Stall Catch Glory“ gehört, zu der der ehemaligen Fußballspieler Mario Basler oder die ehemalige Tennisspielerin Anke Huber zählen. Außerdem wurde mit dem Finnen Jorma Kontio im Sulky ein Fahrer für Berlin verpflichtet, der mit über 8000 Siegen der die zweitmeisten Sieg in Europa erreicht hat. Damit hat die Breeders Crown der fünf- bis siebenjährigen Hengste und Wallache über 1900 Meter am Sonntag (Erster Start um 13.52 Uhr) seinen großen Favoriten. Und für die zwölf Konkurrenten, zu denen die Derbysieger von 2004 (Unforgettable mit Arnold J. Mollema) und 2005 (Ambassador A/Michael Schmid) zählen, die besondere Herausforderung. Die Dotierung des Rennens mit 100 625 Euro ist für alle ein Anreiz, vor allem für die Stars aus dem Traberland Schweden mit Erik Adielsson mit Cezio Way AM sowie Joakim Lövgren mit Addington.

„Wir hoffen natürlich mit dieser Superbesetzung auch auf einen hohen Wettumsatz“, sagt Walter Mommert. Seitdem in Mariendorf in der zweiten Jahreshälfte die Rennpreise verdoppelt wurden, sieht er „eine Trendwende“ für seine Bahn. Die erhofft er sich auch für Freitag (erster Start um 18.18 Uhr), wenn die gleichaltrigen Stuten ihren Breeders- Crown-Sieger ermitteln. „Freitags finden bei uns selten Rennen statt, aber auch das 16er-Feld, das erst zwei Vorläufe bestreiten wird, ist keinesfalls schlechter besetzt“, sagt Mommert. Wie auch am Sonntag werden da bereits die deutschen Top-Fahrer Heinz Wewering und sein Goldhelm-Nachfolger Roland Hülskath mit Chancen am Start sein. Auch deshalb, weil die Vorjahressiegerin, die Fuchsstute Ornellaia, als nunmehr Sechsjährige bei zehn Starts in diesem Jahr noch keinen Sieg schaffte.

Ob Erik Adielsson sie nun ausgerechnet gegen hochkarätige Konkurrentinnen in Schwung bringen kann? Eher scheint der wieder als Champion feststehende Hülskath mit Easy Way SL die besseren Chancen zu haben. Mit einem Pferd aus deutscher Zucht, das im Ausland kein Star ist.

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