Sport : Ein Endspiel, das keines sein soll

Zweitligist Rostock kämpft gegen den Abstieg

Kerstin Hebeler

Rostock - Marco Kostmann versucht der Lage ein wenig die Brisanz zu nehmen, indem er Wortspielereien bemüht. „Nee, das ist kein Endspiel. Dann wäre danach ja Schluss“, sagt der Trainer des Fußball-Zweitligisten Hansa Rostock und meint das Heimspiel am Samstag gegen den FSV Frankfurt. Es ist noch gar nicht so lange her, da trennten Rostock und Frankfurt Welten. Frankfurts Abstieg schien früh nur noch Formsache zu sein, genauso wie der Klassenverbleib der Rostocker. Das ist Vergangenheit. Am Samstag treten in Rostock der Tabellen-15. gegen den 16. der Liga an. Rostock steht nur aufgrund der besseren Tordifferenz nicht auf dem Relegationsplatz. Dennoch sind die Hessen im Vorteil: Nach dem 1:0 gegen Oberhausen sind sie im Aufwind. Bei Rostock hingegen (1:2 zuletzt gegen Karlsruhe) muss Torhüter Alexander Walke immer öfter hinter sich greifen. Der Klub steuert wieder in Richtung Dritte Liga.

Nach der desaströsen vergangenen Saison, in der zwei Trainer und ein Manager entlassen wurden sowie ein Aufsichtsratsvorsitzender zurücktrat, läuft es auch diesmal wieder schlecht: Erst musste Trainer Andreas Zachhuber nach einem miserablen Rückrundenstart gehen. Dessen Nachfolger Thomas Finck war nur kurz Chef- und dann wieder Assistenztrainer, da ihm die entsprechende Lizenz fehlt. Auch der Vorstandsvorsitzende Dirk Grabow musste ins zweite Glied zurücktreten und verantwortet nun als Schatzmeister die Finanzen des Vereins. Hansa Rostock im Chaos? Manager René Rydlewicz will von Auflösungserscheinungen nichts wissen– auch im Falle eines Abstiegs. „Danach wäre das Vereinsleben ja nicht zu Ende“, sagte Rydlewicz. Viele Spielerverträge würden ihre Gültigkeit behalten.

Jörg Hempel, ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender bis Saisonende, versichert, der Klub sei in der Dritten Liga überlebensfähig. „Es wurde eine Basis gelegt, so dass der Verein generell tragbar ist“, sagt Hempel und nennt als Beispiel den Vertrag mit dem neuen Hauptsponsor, der auch in der Dritten Liga Bestand hätte. „In Zeiten, in denen es dem Verein besser ging, wurde es versäumt, genug Rücklagen zu bilden, um auch in der Zweiten Liga gleich wieder oben mitspielen zu können“, sagt Hempel. Trotzdem wähnt man sich in Rostock bereit fürs Saisonfinale. „Die Spieler werden unterschätzt“, sagt Kostmann, „sie sind nicht doof und können die Tabelle lesen.“ Kerstin Hebeler

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