Sport : Ein Engel in der Hölle

Rekordtorjäger Cristiano Ronaldo verhindert eine Blamage in Istanbul und schießt Madrid ins Halbfinale.

Auf ihn ist Verlass bei Real. Allein Cristiano Ronaldo (r.) konnte Istanbuls Torwart Fernando Muslera vor größere Probleme stellen. Foto: Reuters
Auf ihn ist Verlass bei Real. Allein Cristiano Ronaldo (r.) konnte Istanbuls Torwart Fernando Muslera vor größere Probleme...Foto: REUTERS

Madrid - Nach seinem Torrekord für Real Madrid mahnte Cristiano Ronaldo: „Wir haben uns die Sache durch unsere eigene Schuld kompliziert gemacht“, sagte der Stürmerstar von Real Madrid. „Das Spiel sollte uns als eine Lektion dienen. Im Fußball darf man nichts verschenken.“ Nur dank seiner beiden Tore wurden die Madrilenen im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League bei Galatasary Istanbul vor einer Blamage bewahrt. Entsprechend überschwänglich fiel das Lob in Spanien aus. „Cristiano Ronaldo erweist sich als ein Engel in der Hölle“, titelte das Sportblatt „Marca“ am Mittwoch.

Ronaldos Doppelpack bei der 2:3-Niederlage am Dienstagabend in Istanbul waren seine Treffer zehn und elf im laufenden Wettbewerb – so viele waren noch keinem Spieler im Real-Trikot gelungen. Bis dato hatte sich Ronaldo die Bestmarke mit Real-Legende Raúl geteilt, der in der Saison 1999/2000 zehn Tore erzielt hatte. Ronaldo war dies in der vergangenen Saison gelungen.

Mit sechs Toren in den vergangenen fünf europäischen Partien schrieb er zudem Real-Gesichte. „Cristiano Ronaldo kennt keine Grenzen“, schrieb daher die Vereinshomepage am Mittwoch.

Dass er seine Trefferausbeute im laufenden Wettbewerb weiter verbessern kann, hat er vor allem sich selbst zu verdanken. Dabei hatte Trainer José Mourinho vor der Partie gewarnt. „Die Geschichte des Fußballs ist voll von Wundern.“ Ein solches hätte Galatasary nach der 0:3-Niederlage im Hinspiel auch gebraucht. Mourinho hätte aber beinahe recht behalten – das Rückspiel erwies sich keineswegs als einfach.

Die Gäste erlebten eine wahre Achterbahnfahrt, die ihnen so manchen Schrecken bereitete. Dabei hatte die Partie am Bosporus für die Madrilenen traumhaft begonnen. Mesut Özil spielte in der 7. Minute seinen deutschen Landsmann Sami Khedira frei, und dieser gab Ronaldo die Vorlage zum 1:0.

Der frühe Treffer schockte die Türken und deren Fans. Plötzlich verstummte der ohrenbetäubende Lärm der Galatasaray-Fans. Niemand glaubte mehr an die Schalke-Bezwinger, aus Istanbul, die zum Weiterkommen nun fünf Tore hätten schießen müssen. Aber nach der Pause wendete sich das Geschehen. Innerhalb von 15 Minuten wandelten Emmanuel Eboué (57.), der frühere Real-Profi Wesley Sneijder (70.) und Didier Drogba (71.) per Hackentrick den 0:1-Rückstand in eine 3:1-Führung um. Die Real-Abwehr glich einem Boxer, der in den Seilen hängt. „Wir spürten die Gefahr“, räumte Mourinho ein. Bis Ronaldo in der Nachspielzeit alles klar machte. dpa

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