Sport : Ein Entlassener kehrt zurück an Bord

Uwe Sasse, Chef des deutschen America’s-Cup-Projekts, erwirkt ein neues Urteil

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Trapani Der Machtkampf im deutschen America’s-Cup-Team geht weiter. Der vor einer Woche entlassene Vorstandsvorsitzende und Teamchef Uwe Sasse erklärte am Freitag, das Landgericht München hätte am Donnerstag eine weitere von seiner Seite erwirkte einstweilige Verfügung gegen seine Abberufung zu Gunsten des 49-Jährigen entschieden. Eine Gerichtssprecherin konnte den Vorgang zunächst nicht bestätigen.

Im Schatten des Streits um das Management ersegelte das Team Germany am Freitag vor Trapani im ersten von fünf Fleetraces in Act 9 den vierten Platz. In einer Pressemitteilung mit dem Absender „United Internet Team Germany“ hieß es am Freitagmittag in Trapani/Italien: „Das Landgericht München I hat gestern die Wirkung der einstweiligen Verfügung, die Uwe Sasse, Chef und Initiator der deutschen America’s-Cup-Kampagne am vergangenen Freitag gegen seine Abberufung durch den Aufsichtsrat des Unternehmens erwirkt hatte, in einer weiteren Verfügung bestätigt.“ Weiter hieß es: „Damit bleibt Uwe Sasse bis auf weiteres Vorstandsvorsitzender der Deutsche Challenge 2007 AG. Auf Grund dieser einstweiligen Verfügung ist es untersagt, dass Michael Scheeren als Vorstand agiert oder als solcher behandelt wird.“

Beim ersten deutschen Team in der Geschichte des Segel-Klassikers, das durch das Hickhack um den Chefposten längst einen Imageschaden erlitten hat, hielt man sich zunächst mit Stellungnahmen zurück. „Ich weiß, dass es eine Pressemitteilung von Uwe Sasse gibt. Mir liegt diese Meldung aber noch nicht vor und deswegen möchte ich sie zurzeit noch nicht kommentieren“, sagte United-Internet-Sprecher Marcus Schaps. Uwe Sasse hatte für den Freitagabend sein Eintreffen in Trapani geplant. „Trotz der Vorgänge der letzten Tage denke ich ausschließlich im Sinne der Kampagne und bin auch jetzt noch bereit, konstruktiv mit der Situation umzugehen. Ich will den Schaden, der unserem Unternehmen, dem Team und mir durch das Verhalten von Herrn Dommermuth bereits entstanden ist, so schnell wie möglich wieder reparieren und weitersegeln“, sagte Sasse. Er kritisiert weiter, dass ihm die „wichtigen Gründe“ zu seiner sofortigen Entlassung bislang nicht zugänglich gemacht wurden und er dazu auch nicht gehört wurde. Um Klarheit in die Sache zu bringen, habe er selbst beim Finanzamt München und bei der Bundesversicherungsanstalt eine Sonderprüfung der Firmenunterlagen beantragt. „Die Sonderprüfungen werden ergeben, dass es keine Gründe gibt, die es rechtfertigen, mich mit dieser Schmutzkampagne zu überziehen“, sagte Sasse. dpa

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