Sport : Ein entschiedener Sieg

Hertha BSC gewinnt das erste Heimspiel der Saison mit 2:0 gegen Eintracht Frankfurt

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Viele der 49 416 Zuschauer im Berliner Olympiastadion erhoben sich von ihren Plätzen. Sie klatschten und feierten lautstark – so als ob Hertha BSC bereits gewonnen hätte. Dabei führte der Fußball-Bundesligist zu diesem Zeitpunkt erst 1:0 gegen Eintracht Frankfurt. Und doch rückte Hertha dem Sieg im ersten Heimspiel der Saison in dieser 63. Minute ein ganzes Stück näher. Denn Trainer Falko Götz wechselte Yildiray Bastürk ein. Ohne den 26-jährigen Türken kann Hertha BSC nämlich nicht gewinnen. In der vorigen Saison siegte Hertha erstmals am siebten Spieltag, als Bastürk zum ersten Mal dabei war. So auch in diesem Jahr: Bastürk spielte nach seinem Innenbandriss im Knie wieder. Und Hertha gewann erstmals in dieser Saison – 2:0 (0:0) gegen Eintracht Frankfurt durch Tore von Oliver Schröder und ein Eigentor von Arie van Lent.

„Dieser Sieg war wichtig. Denn er nimmt eine ganze Menge Druck von uns“, sagte Trainer Götz. „Dass wir nach einem 2:0 Mal nicht 2:2 gespielt haben, ist auch nicht schlecht.“ Am ersten Spieltag vor einer Woche bei Hannover 96 hatte Hertha BSC nach einer 2:0-Führung nur ein Unentschieden erreicht. Lange erinnerte die Begegnung mit Frankfurt auch an das Spiel gegen Hannover. In der ersten Halbzeit dominierten die Berliner das Spiel, Torchancen erspielten sie sich jedoch nicht. Die einzige gute Möglichkeit vergab Gilberto kurz vor der Pause, als er den Ball aus spitzem Winkel knapp am Tor vorbeischoss.

„Wir haben in den ersten 45 Minuten zu langsam gespielt“, sagte Manager Dieter Hoeneß. Die beiden äußeren Mittelfeldspieler Gilberto und Oliver Schröder seien zu weit in die Mitte des Feldes gerückt. „Dadurch fehlte dem Spiel die nötige Breite“, fand Hoeneß. „Genau das habe ich in der Halbzeit angesprochen“, sagte Götz. Als weitere Maßnahme wechselte Götz Kevin-Prince Boateng für Malik Fathi ein. Es war der erste Einsatz in der Bundesliga für den 18-Jährigen, der bei der U-19-Europameisterschaft in Nordirland gerade erst das Tor des Monats geschossen hatte.

Ein Treffer gelang Boateng gegen Frankfurt zwar nicht, dafür leitete er die Berliner Führung ein. Seinen Pass nahm Schröder auf, und da sich dem Mittelfeldspieler keine Anspielmöglichkeit bot, zog er aus 23 Metern selbst ab. Mit Erfolg. Sein Schuss drehte sich ins kurze Toreck. Kurz darauf prüfte Du-Ri Cha Herthas Torwart Gerhard Tremmel mit einem Weitschuss – es war die erste Parade Tremmels in seinem ersten Heimspiel für Hertha. Der Stadionsprecher honorierte das sofort. „Unsere Nummer eins: Gerhard…“, rief er. Die Fans antworteten: „Tremmel!“ Eigentlich ist dieses Ritual dem Berliner Stammtorwart Christian Fiedler vorbehalten, der am Ellbogen verletzt ist.

Um Tremmel seinen ersten Auftritt im Olympiastadion vielleicht doch noch etwas unangenehmer zu gestalten, wechselte Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel eine Viertelstunde vor Schluss Arie van Lent ein. Nur verwechselte der Stürmer kurz darauf die Tore. Nach einer Ecke von Herthas Brasilianer Marcelinho köpfte van Lent den Ball ins eigene Tor. „Eigentlich wollte ich das Ding wegköpfen“, sagte er später. „Irgendwie ist der Ball mir über den Schädel gerutscht.“ Anders als gegen Hannover vor einer Woche blieben die Berliner diesmal konzentriert. Frankfurt drückte zwar, doch bis auf einen Kopfball kurz vor dem Schlusspfiff von van Lent an die Oberkante der Latte hatten sie keine Chance mehr.

„Noch können wir nicht von einem gelungenen Start sprechen“, sagt Hoeneß. „Wenn wir nächste Woche im Pokal gegen Koblenz gewinnen, dann vielleicht.“

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