Sport : Ein Erfolg mit Ansage

Deutsche Basketballer besiegen die Ukraine 84:58

Benedikt Voigt

Vrsac - Bereits nach dem Mittagessen im Hotel Srbija hatte Dirk Bauermann die entscheidende Botschaft weitergegeben. „Das ist heute ein Spiel, das wir gewinnen müssen, und das habe ich heute auch der Mannschaft erzählt“, sagte der Bundestrainer und grinste. „Soll ja keiner nachher sagen, er hätte es nicht gewusst.“ Bei einer Niederlage gegen die Ukraine wäre sein Team bei der Europameisterschaft in Serbien-Montenegro bereits nach dem zweiten Spiel ausgeschieden. Doch Bauermanns Spieler hatten sich offenbar seine Worte gemerkt.

Das deutsche Team gewann gestern in Vrsac mit einer guten Verteidigungsleistung souverän vor 4000 Zuschauern gegen die Ukraine 84:58 (47:32). Bester deutscher Werfer war Dirk Nowitzki mit 27 Punkten. Dieser Erfolg bedeutet, dass die Mannschaft bereits vor dem heutigen Spiel gegen Russland mindestens den dritten Platz der Gruppe A erreicht hat und wahrscheinlich am Dienstag ein Überkreuzspiel um den Einzug ins Viertelfinale bestreiten wird. Gewinnt das deutsche Team heute allerdings mit mehr als 14 Punkten gegen Russland, qualifiziert es sich als Gruppenerster direkt für die Hauptrunde.

Dirk Nowitzki startete gestern mit einer veränderten Taktik in das Spiel. Am Vortag bei der unglücklichen 82:84-Niederlage nach Verlängerung gegen Italien hatte der Spieler vom NBA-Klub Dallas Mavericks zwar 27 Punkte erzielt, aber auch 15 Würfe nicht getroffen. Nun zog er öfter zum Korb – und fand dadurch besser ins Spiel. Bereits zur Halbzeit hatte er 18 Punkte erzielt. Darunter war auch ein sehr spektakulärer Wurf unmittelbar vor der Halbzeitsirene, als er erst den Ball eroberte und ihn dann aus dem Lauf kurz vor der Dreipunktelinie zur beruhigenden 47:32-Führung durch den Ring warf.

Allerdings konnte er sich diesmal in der Offensive auch noch besser auf seine Mitspieler verlassen. Bis zur Pause hatten zehn der elf eingesetzten Spieler gepunktet. Das deutsche Team setzte sich im ersten Viertel (28:19) bald ab und konnte diesen Vorsprung bis zur Pause auch verteidigen. In der Defensive ließ es lediglich 32 Punkte zu. Vor allem den ukrainischen NBA-Spieler Stanislaw Medwedenko hatten Misan Nikagbatse und Demond Greene im Griff. Bis zur Pause hatte der Spieler von den Los Angeles Lakers lediglich zwei Punkte erzielt.

Das Team ließ auch nach der Pause nicht nach. Trainer Bauermann ordnete nun Zonenverteidigung an, die auch gut funktionierte. Und Patrick Femerling bot sich in der Offensive als zweite Option an. Der Centerspieler von Panathinaikos Athen erzielte zehn Punkte.

Die heutige Aufgabe gegen Russland wird deutlich schwieriger, als gegen die Ukraine. Die Russen begeisterten gestern bei ihrem Sieg über Italien (87:61) durch spektakulären Teambasketball. Doch auch die geschlossene Darbietung aller zwölf Spieler kann dem deutschen Team Hoffnung machen.

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