Sport : Ein Europacup-Finale für die Füchse

Die Berliner Handballer spielen heute gegen den Konkurrenten Gummersbach

Christian Hönicke

Berlin - Am Sonntag erlebt die Max- Schmeling-Halle einen vorläufigen Höhepunkt als Austragungsstätte der Heimspiele der Füchse Berlin. Ein Europacup-Endspiel steht an. Kein richtiges natürlich, aber das Aufeinandertreffen mit dem VfL Gummersbach um 17 Uhr ist immerhin ein kleines Finale um die Teilnahme an einem internationalen Handball-Wettbewerb. „Wenn du im Europacup spielen willst, musst du Gummersbach zu Hause schlagen“, sagt Bob Hanning.

Hanning hat das Finale gewissermaßen zu verantworten. Der ständig nach Höherem strebende Manager der Füchse hatte unlängst seinen Dreijahresplan ein wenig modifiziert und das Saisonziel „bewusst nach oben korrigiert“. Statt des eigentlich angepeilten sicheren Mittelfeldplatzes sollen die Füchse nun die Möglichkeit nutzen, die ihnen die seltsam durcheinandergewürfelte Bundesligatabelle bietet. Ein Europapokal-Platz sei vor allem in einer anspruchsvollen Stadt wie Berlin ein „unglaublicher Imagefaktor“, sagt Hanning und verkündet deshalb: „Wir wollen Platz acht angreifen.“ Bei diesem Unterfangen ist der siebtplatzierte VfL Gummersbach ein direkter Konkurrent der derzeit neuntplatzierten Füchse.

Dass die internationalen Ambitionen der Berliner aber so schnell schon einem möglicherweise finalen Test unterzogen werden, liegt auch am Ergebnis der vorangegangenen Partie. Eigentlich wollten die Füchse bis zum Beginn der Winterpause Ende des Monats nur noch Siege holen, doch beim Abstiegskandidaten Minden strauchelte das Team und verlor 28:30. Hanning ärgert sich noch immer darüber: „Wir hatten keine Torhüterleistung und die Abwehr war auch nicht stabil. Wir hatten zu viele unforced errors. Damit setzt man sich dann natürlich selbst unter Druck, vorn ständig Tore erzielen zu müssen.“ Mit erzürnter Stimme schiebt er nach: „Da haben wir eine Riesenchance vergeben.“

Die vorerst letzte Riesenchance bietet sich den Füchsen nun im Heimspiel gegen Gummersbach. Zwar ist der frühere Meister personell deutlich besser besetzt als Minden, doch in der Defensive hat die Mannschaft von Trainer Sead Hasanefendic ähnliche Stabilitätsprobleme wie ihr Gegner. Zu allem Überfluss steht den Gummersbachern nach dem Muskelbündelriss bei Goran Stojanovic in Nandor Fazekas nur noch ein Torhüter zur Verfügung.

Es erscheint also nicht völlig ausgeschlossen, dass es schon bald zu einem richtigen Europapokal-Endspiel in der Schmeling-Halle kommt. „Wenn man in den richtigen Cup kommt, kann man schneller Europacup-Sieger werden, als man denkt“, sagte vor kurzem der Trainer Rolf Brack, nachdem er mit Balingen-Weilstetten bei den Füchsen verloren hatte. Als er das hörte, zog aber selbst der ehrgeizige Manager der Füchse die Augenbrauen hoch und entgegnete: „Erstmal müssen wir da reinkommen.“

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