Sport : Ein Fall für Liga vier

Aachen geht in Insolvenz und muss absteigen.

Aachen - Gerade einmal sechs Jahre ist es her, da wurde am Aachener Tivoli noch Bundesliga-Fußball angeboten, da liefen noch bekannte Profis wie Jan Schlaudraff oder Vedad Ibisevic für die Alemannia auf. Als der Traditionsverein am Ende der Saison 2006/2007 dann aber abstieg, war das der Anfang eines tiefen Falls: Seit Freitag ist amtlich, dass die Alemannia kommende Saison nur noch viertklassig spielt. Der Traditionsklub stellt nur wenige Monate nach dem Abstieg in die Dritte Liga kommende Woche einen Insolvenzantrag und steht damit als erster Absteiger fest.

Am Freitag gaben sich die Klubverantwortlichen trotz des Desasters kämpferisch. Gemäß der Insolvenzordnung und den Statuten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) soll die Saison zu Ende gespielt werden. „Wir haben das Ziel, den Verein über ein Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung zu sanieren“, sagte Michael Möning, der vom Aufsichtsrat des Klubs installierte Sanierungsbeauftragte. Der Rechtsanwalt hatte zuvor die Zahlungsunfähigkeit des Vereins festgestellt. Demnach fehlen dem Verein mehr als vier Millionen Euro an Liquidität.

Die Finanzlage bei der Alemannia hatte sich infolge der zwei Abstiege verschlechtert. Die Stadt Aachen als ein Hauptgläubiger geriet zunehmend unter Druck, da die Schulden vom Neubau des Tivolis nicht mehr ausreichend bedient werden konnten. Am 31. Oktober 2012 wurde der Alemannia-Geschäftsführer Frithjof Kraemer abberufen und danach konnte mit einem Sanierungskonzept die drohende Insolvenz der Gesellschaft vorerst abgewendet werden – allerdings war das Konzept wohl nicht nachhaltig genug.

Möning ist optimistisch, dass der Klub kommende Saison spielen kann: „Ich habe bereits Signale von potenziellen Geldgebern erhalten, die sowohl den Geschäftsbetrieb im vorläufigen Insolvenzverfahren für die laufende Saison als auch den Neuanfang in der Regionalliga unterstützen würden.“ Sportlich wäre es mit dem Klassenerhalt ohnehin schwierig geworden für Aachen, die Alemannia belegt nach 17 Spielen den 17. Tabellenplatz. Trotzdem waren die Fans zuletzt noch gekommen: Mit 13 726 Besuchern haben die Aachener den höchsten Zuschauerschnitt in der Dritten Liga. Tsp/dapd

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