Sport : Ein Gegentor zu viel

Bayer bangt ums Überwintern bei den Champions

 Robert Ide
Foto: dpa

Valencia - Zehn volle Sekunden und eine halbe hatte es gedauert, bis Bayer Leverkusen in Rückstand lag. Torwart Bernd Leno spielte den Ball kurz nach dem Anstoß auf dem sandigen Boden aus Versehen in den Fuß von Valencias Angreifer Jonas, der zog direkt ab, und schon lag Leverkusen im Gruppenspiel der Champions League in Rückstand. 1:3 (1:1) hieß es am Ende. Bayer bleibt zwar Gruppenzweiter hinter dem FC Chelsea, hat aber nur noch einen Punkt Vorsprung auf Valencia.

„So ein Fehler wird mir nicht noch mal passieren“, versprach Leno. „Ich kann daraus nur lernen.“ Seine Kollegen reagierten geschockt auf das frühe Gegentor und benötigten erst einmal eine Viertelstunde, um sich zu erholen. Leno warf sich noch rechtzeitig in einen Steilpass auf Pablo Hernandez, große Gefahr bestand trotz des Drucks von Valencia aber vor den gut 40 000 Zuschauern im nicht ausverkauften Estadio de Mestalla zunächst nicht. Die erste Chance für Leverkusen hatte Innenverteidiger Ömer Toprak, dessen Kopfball nach einer Ecke Valencias Keeper Diego Alves abwehrte. Kurze Zeit später musste Valencia Spielmacher Ever Banega verletzt ausgewechselt werden, Bayer war dabei, sich ein Übergewicht zu erarbeiten. Es lag sicher nicht an der Gesichtsmaske von Michael Ballack nach seinem Nasenbeinbruch und dem dadurch eingeschränkten Gesichtsfeld, dass er nach einer halben Stunde im Strafraum der Spanier zu Boden ging. Für seine Schwalbe sah er die Gelbe Karte. Zwei Minuten später hatte er vom linken Flügel aus freie Sicht auf Stefan Kießling, der die genaue Flanke zum 1:1 einköpfte.

Der Schock vom Anfang war überwunden, Leverkusen im Spiel. Nach der Pause hatte zunächst keine Mannschaft eine große Möglichkeit, in Führung zu gehen, nur André Schürrle schoss vorbei. Die Fans begannen, ihren Unmut zu äußern. Die Missfallensbekundungen endeten erst, als nach mehr als einer Stunde Roberto Soldado zum 2:1 traf. Wieder glich Leverkusen aus, doch der Schiedsrichter erkannte Schürrles Tor nicht an – eine Fehlentscheidung. Wenig später bekam Valencia zum ersten Mal im Spiel einen Eckball zugesprochen. Adil Rami wühlte sich durch und köpfte das 3:1. Bayer war geschlagen.

Dieses letzte Gegentor könnte noch schmerzhafte Folgen haben, weil Bayer das Hinspiel nur 2:1 gewonnen hat. „Das tut natürlich weh, weil wir den direkten Vergleich verloren haben“, sagte Ballack. „Wir sind in der einen oder anderen Situation einfach zu naiv. “ Tsp

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