Sport : Ein Glücksfall

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Das entscheidende Wort sagte Mark Lebedew, der Trainer der Sieger. „Glück“, sagte der Australier. Dass die BR Volleys Deutscher Volleyball-Meister geworden sind, hatte letztlich auch mit Glück zu tun. Mit enormer Willenskraft, mit technischem Können auch, natürlich, aber insgesamt gesehen kämpften Haching und die Volleys in diesem packenden Finale auf Augenhöhe.

Vollständig aus eigener Kraft, ohne jedes Glück, hatten sich die Volleys bereits nach dem Halbfinale zur echten Größe entwickelt. Damals, als sie, mehr einem Krankenlager als einer Mannschaft ähnelnd, Serienmeister VfB Friedrichshafen aus dem Rennen geworfen hatten. Dieser Moment war die Geburtsstunde einer großen Mannschaft. Und dieser Moment hat eine neue Entwicklung im deutschen Volleyball eingeleitet, das Projekt Volleys, der Versuch die Sportart im harten Kampf um Aufmerksamkeit, hatte den ersten bedeutsamen Erfolg. Die Medienaufmerksamkeit stieg schlagartig. Dass der Showdown zum packenden Spektakel wurde, war natürlich auch Glück.

Wenn nun auch andere Vereine Volleyball als Event inszenieren, geht die Entwicklung weiter. Ein finanzielles Risiko, keine Frage, aber strategisch gibt es keine Alternative dazu. Zudem war die Chance zur Profilierung selten so gut wie jetzt. Volleyball ist die einzige Mannschaftssportart, in der sich Deutschland noch für die Olympischen Spiele qualifizieren kann. Wenn sie es nach London schaffen, die Athleten, haben sie ungewöhnlich große Aufmerksamkeit. Noch so ein Glücksfall.

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