Sport : Ein Hauch von America’s Cup

Jochen Schümann ist der Star auf dem Wannsee

Hartmut Moheit

Berlin - Es ist selten geworden, dass Jochen Schümann nach Berlin kommt. „Wenigstens einmal im Jahr, zum Match Race auf dem Wannsee, lasse ich mir das aber nicht nehmen“, sagt er. „Ich bin auf dem Müggelsee als Segler groß geworden, und so kann ich alte Freunde wiedertreffen.“ Nur eines wird diesmal nicht klappen, Schümann wird keinen Extraabstecher zum Yachtklub Grünau, seinem Heimatverein, machen können. „Es bleibt dafür keine Zeit“, sagt er. In Gedanken ist er bei seinem Team von der Alinghi, mit dem er im Dezember in Dubai trainieren wird. Mit der Crew auf dem Schweizer Boot hatte der dreimalige Olympiasieger 2003 den America’s Cup gewonnen. Die älteste Segeltrophäe der Welt müssen die Männer auf der Alinghi nun verteidigen. Am 23. Juni 2007 beginnt für sie vor Valencia das Match Race gegen den dann ermittelten Herausforderer.

Der gebürtige Berliner Jochen Schümann ist zur 15. Auflage des Herbst-Klassikers wieder einmal als Titelverteidiger zum Match gekommen. Bereits sechs Mal segelte Schümann am schnellsten. Wie bereits 2005, weht auch diesmal wieder ein Hauch des großen America’s Cup über den Wannsee. Segler von sechs Booten, die 2007 vor Valencia am Start sein werden, sind dabei. Neben Jochen Schümann von der Alinghi der Däne Michael Hestbaek für das United-Internet-Team aus Deutschland, Jens Gram-Hansen (Mascalzone/Italien), Ian Ainslie (Shosholosa/Südafrika), Philippe Presti (Luna Rossa/Italien) und Jesper Radich (Desafio/Spanien). Insgesamt werden zwölf Skipper aus sieben Nationen mit je zwei Vorschotleuten dabei sein. Gesegelt wird erneut mit H-Booten, die von Eignern einiger Berliner Segelklubs zur Verfügung gestellt wurden. Alle Boote wurden für das Match Race extra mit neuen Segeln ausgestattet.

„Diese Kielboote eignen sich besonders gut für das Match Race, weil sie sehr wendig sind“, erklärt der ehemalige Olympiasegler Frank Butzmann. „Ein Rennen Boot gegen Boot dauert 20 Minuten. Die jeweilige Länge des Auf- und Abkurses hängt von der Windstärke ab.“ Als Organisationsleiter der Veranstaltung, die erneut vom Verein Seglerhaus am Wannsee und dem Berliner Yachtklub durchgeführt wird, hofft Butzmann „vor allem auf gute Windbedingungen, wie wir sie beim Training bereits hatten“. Dann ginge alles an den drei Tagen zügig über die Bühne. Lediglich die erste grimmige Kälte dieses Herbstes machte den Teilnehmern am Morgen noch etwas zu schaffen.

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