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Sport : Ein Hauptportal, fünf Hintertürchen Mindestens 95 deutsche Leichtathleten bei der EM

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Von Robert Hartmann

München. Die deutsche Nationalmannschaft wird bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in München (6. bis 11. August) 95 oder 96 Sportler an den Start schicken. Da die Normen in Deutschland sehr streng sind, hatten bis zum Ende der nationalen Titelkämpfe in Wattenscheid am vergangenen Sonntag nur 47 Athleten die A-Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) erfüllt. Vorsorglich waren daher den Sportlern, die den Weg durchs Hauptportal nicht gleich fanden, fünf Hintertürchen offen gehalten worden.

Durch eine davon marschierten 14 Unter-25-Jährige, die im „Perspektiv-Kader“ zusammengefasst werden, wo die Normen nicht so streng sind. Hinzu gesellen sich zwölf Ahtleten, die keine Norm erfüllten, aber Deutscher Meister sind. Dazu gehört 110-m-Hürdenläufer Florian Schwarthoff. Drei Sportler rutschten über die ersten Plätze bei Europapokal-Endkämpfen in die Mannschaft, darunter die Europameister von Budapest 1998, 800-m-Läufer Nils Schumann und Hindernisläufer Damian Kallabis. Ivonne Teichmann profitiert davon, dass sie über 800 m unter den besten acht der Europabestenliste steht. Vier junge Nominierte fallen in die Kategorie „Ausnahmefälle“. Sie haben wie Christian Duma, Junioreneuropameister über 400 m Hürden von 2001, die Norm knapp verfehlt.

Noch stehen nicht alle Starter ntlich fest. Bei Sportfesten in Cuxhaven und Leverkusen werden am 20. und 27. Juli die letzten Plätze vergeben. Die lange verletzten Titelverteidigerinnen Grit Breuer (400 m, Magdeburg) und Tanja Damaske (Speerwurf, Berlin) können sich dort noch die EM-Teilnahme sichern. In Cuxhaven hat auch Henny Gastel (SV Halle) noch die Chance, sich als einzige Dreispringerin für die EM zu empfehlen. Schafft sie die Norm von 13,70 Metern, würde sie die Zahl der Athleten auf 96 erhöhen. Die einen wollen zur EM und dürfen nicht, Marathonläuferin Kathrin Weßel (SC Charlottenburg) darf und will nicht: Sie möchte sich auf den Berlin Marathon konzentrieren und wurde wegen ihrer EM-Absage trotz Normerfüllung aus dem Leistungskader des DLV ausgeschlossen.

Die besten Aussichten auf Gold werden Vizeweltmeister Ingo Schultz über 400 m, Dieter Baumann über 10 000 m, den Stabhochspringern Annika Becker, Lars Börgeling und Tim Lobinger, Diskuswerfer Michael Möllenbeck und Siebenkämpferin Sabine Braun eingeräumt.

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