Sport : Ein Hicks zu viel für die Eisbären

Claus Vetter

Berlin. Eine ungewohnte Heimschwäche präsentiert der EHC Eisbären derzeit in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Am Freitag blieben die Berliner bereits zum dritten Mal in Folge im Sportforum Hohenschönhausen ohne Punktgewinn: Vor mit 5000 Zuschauern ausverkauften Rängen kassierten die Eisbären gegen die Kölner Haie eine 3:4 (2:2, 1:1, 0:1)-Niederlage.

"Das wird heute viele Tore geben, denn da spielen zwei sehr offensiv ausgerichtete Mannschaften", hatte Uli Egen vor dem Spiel gesagt. Mit dieser Einschätzung sollte der Trainer des EHC richtig liegen: Mit dem ersten Bully entwickelte sich ein munteres Gebolze, völlig frei von jeglichen Defensivzwängen. Und was in Fachkreisen nicht mehr unbedingt als der allerletzte Schrei in Sachen modernes Eishockey angesehen werden mag, das ist bei den Zuschauern allemal beliebt, eben weil es äußerst kurzweilig sein kann. Da der Körpereinsatz anfangs Mangelware blieb und zudem Wechselfehler auf beiden Seiten temporäre Ungleichgewichte zwischen den Teams begünstigten, wurde es zumindest den neutralen Zuschauern nie langweilig.

Zunächst hatten nur die Anhänger der Eisbären ihre Freude: David Roberts schloss einen Solo mit seinem zehnten Saisontreffer schon nach 83 Sekunden zum 1:0 ab. Hätten die Berliner wenig später nicht bei eigener Überzahl in des Gegners Zone geschludert und so ausgerechnet Alex Hicks einen Konter gestattet, das Spiel hätte auch einen anderen Verlauf nehmen können. So aber nutzte der mit einem gellenden Pfeifkonzert empfangene Hicks die Unachtsamkeit der Berliner zum Ausgleich. Wenig später traf Dwayne Norris für die mitunter flott aufspielenden Haie zum 2:1. Im Folgenden zeigten sich die Eisbären dann aber im Powerplay bei Überzahl konzentrierter: Daraus resultierte das 2:2 durch Steve Larouche und das 3:3 durch Scott Levins. Andre Faust hatte die Haie zwischenzeitlich wieder mit 3:2 in Führung gebracht.

Zum Ende des Mitteldrittels deuteten David Cooper und der Kölner Thomas Schinko mit einer eher mittelprächtigen Keilerei an, dass fortan auch in punkto Härte kein Wunsch offen bleiben sollte. Beide Hobby-Boxer mussten vorzeitig in die Kabine. Was die spielerische Linie der Berliner betraf, wurde es besonders im Schlussdrittel eher anspruchsloser. Die Folge war schließlich der insgesamt verdiente Kölner Siegtreffer: Den erzielte - zum Missfallen der Eisbären-Fans - ausgerechnet Alex Hicks.

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