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Ein Jahr nach dem Skiunfall : Schicksal von Michael Schumacher weiter ungewiss

Vor einem Jahr verunglückte Michael Schumacher beim Skifahren schwer. Ein Rückblick auf den Tag, an dem nicht nur die Formel-1-Welt einen Schock erlebte.

Michael Schumacher, ein leidenschaftlicher Skifahrer, bei einer Abfahrt 2005.
Michael Schumacher, ein leidenschaftlicher Skifahrer, bei einer Abfahrt 2005.Foto: dpa

Es ist doch nur ein Sturz auf Skiern. Er ist nicht zu schnell. Niemand hat Schuld. Aber die Folgen für Michael Schumacher sind dramatisch. Auch wenn das öffentlich an diesem 29. Dezember 2013 nur langsam deutlich wird.

Er hat mehr erreicht als jeder andere Formel-1-Pilot bisher. Er hat in rund 20 Karriere-Jahren Motorsport-Geschichte geschrieben. Beim Skifahren am 29. Dezember 2013 reichten Sekunden, um das Leben von Michael Schumacher aufs Gravierendste zu verändern.

Nach dem Sturz war Schumacher bei Bewusstsein

Ein Rückblick auf den Unglückstag: Am frühen Nachmittag berichtet der Radiosender Europe 1, dass Schumacher verunglückt ist. Beim Skifahren in Méribel gestürzt, auf einen Stein, heißt es mittlerweile auch bei weiteren französischen Medien. Der 44-Jährige habe einen Helm getragen. Schumacher sei bei Bewusstsein. Laut dem Radiosender RMC sagt Tourismus-Direktor Christophe Gernignon-Lecomte, dass es keinen Grund zur Besorgnis gebe.

Als Schumacher beim Skifahren mit Freunden und Familienmitgliedern nur wenige Meter von der präparierten roten Piste Chamois ein paar Schwünge macht, passiert es. Einen Felsen, auf dem eine dünne Schneedecke liegt, sieht er nicht, prallt dagegen, stürzt und schlägt mit dem Kopf auf einen anderen Felsen, gute zehn Meter vom ersten entfernt, wie die Ermittlungen der zuständigen Staatsanwaltschaft letztlich ergeben.

Schumachers Karriere
Schumachers letzter Rennsieg. In Shanghai gewann der Kerpener seinen 91. und bis dato letzten Grand Prix. Zwischen 2000 und 2004 holte Schumacher die Weltmeistertitel drei bis sieben.Weitere Bilder anzeigen
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25.11.2012 19:06Schumachers letzter Rennsieg. In Shanghai gewann der Kerpener seinen 91. und bis dato letzten Grand Prix. Zwischen 2000 und 2004...

„Schumacher ist ein sehr guter Skifahrer, er hat sich ganz normal in dieser Art von Gelände verhalten und mit kleinen Schwüngen nacheinander sein Tempo kontrolliert“, sagt Stephane Bozon, Kommandant der Gebirgsgendarmerie Savoyen, nach Abschluss der Untersuchungen. Und auch die Skier, die sich Schumacher ausgeliehen hat, sind absolut in Ordnung, „in einem perfekten Zustand“ und quasi wie neu. „Es liegt kein strafbares Verhalten von irgendjemandem vor“, betont Staatsanwalt Patrick Quincy sieben Wochen nach dem Unfall.

Ein Rettungshubschrauber fliegt Schumacher ins Krankenhaus

Um 11.07 Uhr an jenem Sonntagmorgen erreicht die Rettungswacht der Notruf. Um 11.30 Uhr startet der Rettungshubschrauber. „Die Rettung von Michael Schumacher ist extrem schnell abgelaufen“, sagt Olivier Simonin, Geschäftsführer des Ski-Gebiets Méribel Alpina, der Regionalzeitung „Le Dauphiné Libéré“.
Zunächst fliegt der Helikopter ins Krankenhaus von Moûtiers. Gegen 12.40 Uhr wird Schumacher ins Universitätskrankenhaus von Grenoble gebracht. Die Verletzungen sind zu schwer, um in Môutiers behandelt zu werden. Was auf dem Flug genau passiert ist, bleibt unklar.

Schumacher wird in Grenoble sofort notoperiert.

Offiziell bestätigt wird zunächst nur das: „Michael ist bei einem privaten Skitrip in den französischen Alpen auf den Kopf gestürzt. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und wird medizinisch professionell versorgt“, teilt seine Managerin Sabine Kehm mit. Der Helm, den Schumacher bei dem Sturz getragen hat, ist durch den Aufprall zerborsten, aber es dauert noch, bis bekanntwird, wie schwer sich der Vater einer Tochter und eines Sohnes im Teenager-Alter verletzt hat.

Unter großem Polizeiaufgebot trifft auch ein hochkarätiger Mediziner in Grenoble ein: Professor Gérard Saillant. Er operierte Schumacher nach dessen schwerstem Formel-1-Unfall (1999 in Silverstone, Schien- und Wadenbeinbruch). Vor allem aber ist Saillant Freund von Schumacher, Freund der Familie und ein hoch angesehener Experte für Hirnverletzungen. Saillant ist auch ehemaliger Chef der Unfallchirurgie des Pariser Krankenhauses Pitié-Salpêtrière.

Schumachers Familie ist da, in der Öffentlichkeit ist noch immer unklar, was mit dem siebenmaligen Weltmeister ist. Je mehr sich der Tag dem Abend und dem Ende neigt, umso dramatischer werden aber die Einschätzungen. Der britische Sender BBC schreibt, Schumachers Zustand sei „ernst, aber nicht lebensgefährlich“. Vonseiten der Station im Skigebiet heißt es ebenfalls, Schumacher sei nicht in Lebensgefahr.

Er habe sich aber Kopfverletzungen und ein Schädel-Hirn-Trauma zugezogen. Bestätigt ist das aber immer noch nicht. Die Sorge wächst.

Die Ungewissheit über das Schicksal Schumachers ist bis heute geblieben

Ex-Teamkollege Felipe Massa twittert: „Ich bete für dich, mein Bruder!“ Und Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski, ein sehr guter Freund Schumachers, schreibt nach den „schlechten Nachrichten“: „All the best for you, my friend!“ Die Hoffnung auf Entwarnung wird enttäuscht. Zunächst berichtet der französische TV-Sender BFMTV, dass Schumacher mit einer Hirnblutung in Lebensgefahr ist. Dann bestätigt das Krankenhaus rund anderthalb Stunden vor Mitternacht: Der Formel-1-Rekordweltmeister litt an einem „Kopftrauma mit Koma“. Dies habe „umgehend eine neurochirurgische Behandlung“ erfordert. Sein Zustand sei kritisch.

Wie kritisch, wird bei einer Pressekonferenz unter riesigem medialem Interesse rund 24 Stunden nach dem Unglück in Méribel, wo Schumacher mit Freunden und Familie wie schon öfters Silvester und auch seinen damals 45. Geburtstag am 3. Januar feiern wollte, klar. „Wir sind beunruhigt über seinen Zustand“, betont Saillant.

Schumachers Zustand ist nach Angaben des behandelnden Ärzteteams „außerordentlich ernst“. Er befindet sich mit „im Gehirn weit verbreiteten Verletzungen“ in Lebensgefahr und ist in ein künstliches Koma versetzt worden. Aus diesem erwacht Schumacher etwa ein halbes Jahr danach. Die Ungewissheit über das Schicksal des gebürtigen Rheinländers ist bis heute geblieben. (dpa)

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