• Ein Jahr Sperre wegen Dopings bei Confed-Cup Überführte Mexikaner bei der WM nicht dabei

Sport : Ein Jahr Sperre wegen Dopings bei Confed-Cup Überführte Mexikaner bei der WM nicht dabei

-

Mexiko Stadt Die Abreise wurde still und heimlich organisiert. Am 21. Juni waren die beiden Mexikaner plötzlich aus Barsinghausen verschwunden. Der überstürzte Heimflug vom Confed-Cup aus Deutschland hatte seinen tieferen Grund: Von Mexikos Fußball-Nationalspielern Aarón Galindo und Salvador Carmona war bekannt geworden, dass sie vor dem Turnier in Deutschland bei einer internen Dopingkontrolle in der Heimat positiv auf Norandrosteron, ein anaboles Stereoid, getestet worden waren. Ein Fitnesstrainer ihres Klubs CD Cruz Azul soll ihnen das Mittel verabreicht haben. Die Flucht schützte die beiden Abwehrspieler nicht vor der Strafe: Von ihrem Verband wurden sie jetzt wegen unerlaubten Dopings für ein Jahr gesperrt.

Der unangenehme Begleiteffekt für die betroffenen Spieler: Ihre Sperre läuft erst am 4. Juli 2006 ab. Die Fußball-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr in Deutschland beginnt aber schon am 9. Juni, sie endet am 9. Juli. Der mexikanische Verband wird Aarón Galindo, 23 Jahre alt, und Salvador Carmona, 29, im Falle einer Qualifikation für die Titelkämpfe kaum nominieren, würden sie doch bis zu einem eventuellen Halbfinaleinzug der Mexikaner zwei Plätze im Kader blockieren. Mexiko steht in der WM-Qualifikation recht günstig da: Die Mannschaft belegt in der Finalrunde der Nord-, Mittelamerika- und Karibikgruppe Platz eins vor den USA.

Der Dopingfall rückt auch den mexikanischen Fußball-Verband mit Präsident Alberto de la Torre an der Spitze in ein schlechtes Licht. Nachdem die beiden Spieler zwei Tage nach dem 1:0-Sieg der Mexikaner in Hannover gegen den späteren Confed-Cup-Sieger Brasilien heimgeflogen waren, wurde zunächst offiziell verbreitet, „disziplinarische Gründe“ seien dafür ausschlaggebend gewesen. Der Weltverband (Fifa) hakte allerdings nach, bestand auf einer Untersuchung und bekräftigte seine Forderung durch die Androhung von Sanktionen gegen Mexiko. Erst daraufhin gab de la Torre zu, dass die Spieler nach Auskunft von Mannschaftsarzt Jose Luis Serrano Tropfen eines nicht näher spezifizierten Medikaments eingenommen hätten. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar