Sport : Ein Kampf, der keiner war

Alba demütigt Frankfurt beim 83:49 und erreicht das Viertelfinale im Pokal

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Berlin - Mit Energie, die aus dem Herzen kommt, wollte Alba Berlins Spielmacher William Avery im Pokal-Achtelfinale die Skyliners Frankfurt besiegen. Eine Knieverletzung bremst den Basketballprofi seit Wochen, weshalb er ungewöhnliche Reservoirs für seine Energiequellen ausmachen muss. Und Avery hatte trotz Schmerzen genug Power, um gestern in der Max-Schmeling-Halle 16 Punkte zum 83:49 (36:25)-Erfolg der Berliner beizusteuern. Vier von Albas zwölf erfolgreichen Dreipunktewürfen gingen auf Averys Konto. Damit war er mit Sharrod Ford Topscorer.

„Wir haben auf einem sehr hohen Niveau gespielt. Aber Frankfurt hat in der zweiten Halbzeit aufgegeben, deswegen sollte man das Ergebnis nicht überbewerten“, sagte Albas Trainer Henrik Rödl. Sein Frankfurter Kollege Charles Barton war fassungslos. „Das war brutal. Wir sind gedemütigt worden. So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Vier Tage nach Albas höchster Niederlage in dieser Bundesligasaison (64:79 in Oldenburg) folgte unter Druck der höchste Saisonsieg.

Dabei war der Pokalsieger von 2006 von Beginn an überlegen. Mit drei schnellen Dreiern setzte sich Alba auf 11:3 ab, einen steuerte Julius Jenkins bei, zwei Avery. Schon in der ersten Halbzeit machte der verletzte Amerikaner in knapp zwölf Minuten Spielzeit 13 Punkte. Nach sechseinhalb Minuten gönnte Trainer Henrik Rödl ihm eine erste Ruhepause und schickte Kirk Penney erstmals aufs Feld. Der vergangene Woche verpflichtete Neuseeländer war vor seinem ersten Heimspiel von den Fans mit freundlichem, aber nicht überschwänglichem Beifall begrüßt worden. Eine Minute vor Ende des ersten Viertels machte Penney seine ersten Punkte in der Max-Schmeling-Halle zum 17:7, sieben waren es insgesamt. Er traf zwar nicht viel, bewies aber viel Spielverständnis. Alba lief gegen den harmlosen Bundesliga-Siebten nie Gefahr, den Vorsprung zu verspielen. Obwohl es ein Alles-oder-Nichts-Spiel war, verlief es in der ersten Halbzeit recht emotionslos. Weder riss die Mannschaft die 4771 Zuschauer mit, noch umgekehrt. Zur Pause hatte Alba keinen Freiwurf verwandelt, die Frankfurter bereits zehn – dennoch führten die Berliner mit elf Punkten Unterschied. Als erneut Avery nach der Pause mit einem Dreipunktewurf das 50:30 erzielte, kam doch noch Stimmung auf. Sie hielt an bis zum Ende, als Penney mit der Schlusssirene seinen ersten Dreier für Alba erzielte.

Der gestrige Pokal-Fight, der keiner war, trug zu neuem Optimismus bei Alba bei. Die Berliner haben das Aus im Uleb-Cup gegen Real Madrid gut verkraftet. Am Sonnabend kommt der Tabellenletzte Karlsruhe nach Berlin: Gut möglich, dass die schweren Zeiten bei Alba nun guten Zeiten weichen. Avery wird aber gegen Karlsruhe fehlen. Er soll endlich eine Pause bekommen.

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