Sport : Ein kleiner Beitrag zur Versöhnung

1. FC Union siegt erstmals seit 156 Tagen

Karsten Doneck

Berlin - Der Stadionsprecher gab alles. „Mit der Nummer 1 – Marco…“, rief er ins Mikrofon und wartete, dass das Publikum, wie sonst üblich, den Nachnamen des Torwarts Marco Sejna rufen würde. Im Stadion herrschte indes nur eisiges Schweigen. Er versuchte es noch einmal. „Mit der Nummer 2– Ismail…“ Wieder vergebens. Namen wie Sejna oder Bouzid kommen den Fans des Fußball-Regionalligisten 1. FC Union längst nicht mehr so leicht über die Lippen. Zu enttäuscht ist der Anhang der Köpenicker. Die Mannschaft ist weit abgeschlagen Letzter, lieferte aber mit einem 2:0 (1:0)-Sieg gegen Arminia Bielefelds Amateure wenigstens einen kleinen Beitrag zur Versöhnung. Es war Unions erster Regionalliga-Sieg seit 156 Tagen.

Was der Erfolg bringt? „Gar nichts“, gab Libero David Bergner unumwunden zu. „Das hat nichts weiter zu sagen“, sagt auch der Sportliche Leiter Lothar Hamann. Immerhin fühlten sich die 3674 Zuschauer in der Alten Försterei durch die Tore von Coiner (Handelfmeter/63.) und Bönig (76.) animiert, ihre Mannschaft wieder anzufeuern und hinterher zu feiern. In der ersten Hälfte, in der Fußball der grausamsten Art vorgeführt wurde, hatte das Publikum ungewohnt emotionslos das Geschehen verfolgt. Trainer Frank Lieberam schaut ohnehin nur noch nach vorne: „Wir müssen ja auch mal gewinnen, um nicht gleich frustriert in die nächste Saison zu gehen.“

Die Amateure von Hertha BSC mussten zeitgleich daheim gegen Eintracht Braunschweig über eine Stunde lang in Unterzahl zu spielen. Dejagah hatte wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte gesehen. Braunschweig tat sich schwer, schaffte aber durch Patrick Bick (58.) das entscheidende Tor zum 1:0 (0:0)-Sieg. Braunschweig übernahm damit wieder die Tabellenführung.

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