Sport : Ein lustloser Meister

Bayern München verliert beim Tabellenletzten VfL Wolfsburg 0:1

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Wolfsburg - Seinen Sonntagsbesuch auf dem Münchner Oktoberfest wollte sich Oliver Kahn trotz allem nicht vermiesen lassen. „Mein Leben ist nicht abhängig von der einen oder anderen Niederlage“, sagte der Torhüter des FC Bayern München nach der 0:1 (0:1)-Niederlage beim VfL Wolfsburg. Seine ganze Mimik verriet allerdings ein hohes Maß an Verärgerung. Und so übte der 37-Jährige auch gleich noch etwas Kritik an den Mannschaftskollegen. Man habe verloren, weil nach dem 2:0-Sieg in der Champions League am Mittwoch bei Inter Mailand „mancher bei uns schon wieder glaubte, er sei ein ganz, ganz Großer“, rügte Kahn. Sein Fazit: „Der FC Bayern muss überall hundert Prozent geben, sonst verlierst du eben solche Spiele.“

Einfallslos und wenig engagiert präsentierte sich der Deutsche Meister den 30 000 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen-Arena. Das einzige Tor erzielte Mike Hanke nach 35 Minuten – mitten hinein in eine Drangperiode der Bayern. Einen weiten Pass legte Hanke mit dem Kopf auf Sturmpartner Makiadi ab, der den deutschen Nationalspieler sofort wieder bediente. Die Bayern reklamierten Abseits – zu Unrecht und vergeblich. Das Tor bescherte den Wolfsburgern den ersten Saisonsieg überhaupt. Und den letzten Tabellenplatz konnten die Niedersachsen auch verlassen.

Zu verdanken hatten die Gastgeber die drei Punkte zu einem Großteil ihrem Torhüter Simon Jentzsch. Der klärte nach zwei Eckbällen von Bastian Schweinsteiger auf der Linie mit eindrucksvollen Reflexen.

Bayern Münchens Trainer Felix Magath hatte auf die Startelf von Mailand vertraut. Stürmer Lukas Podolski, gegen Inter noch der Schütze zum 2:0 kurz vor Schluss, blieb zunächst wieder einmal auf der Ersatzbank. Zur Pause brachte Magath mit Ali Karimi und Roque Santa Cruz zwei frische Kräfte für Andreas Ottl und Hasan Salihamidzic. Doch der erhoffte Schwung blieb aus. Wolfsburg verteidigte geschickt und kämpfte aufopferungsvoll.

Eine der wenigen Möglichkeiten der Bayern in der zweiten Halbzeit vergab der für Roy Makaay eingewechselte Podolski, sein Kopfball stellte Jentzsch jedoch vor keine allzu großen Probleme. Auf der Gegenseite hatte der erst kurz zuvor eingewechselte Rick Hoogendorp die Entscheidung auf dem Kopf, doch der Ball flog über das Tor. „Wir waren insgesamt nicht frisch genug“, stellte Oliver Kahn nachher sachlich fest. Sein Torwartkollege auf Wolfsburger Seite, Simon Jentzsch, bestätigte diesen Eindruck: „Die Bayern haben beim 2:0 in Mailand gut gespielt, aber wir wussten, dass sie heute nicht hundert Prozent geben können.“ Tsp/ddp

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