Sport : Ein Mann für Berlin?

Markus Hesselmann

Nicht nur Hertha sucht einen Trainer. Pokalsieger Schalke 04 geht es genauso. Gestern vermeldete der Klub auf seiner Internet-Seite, dass Huub Stevens den Verein zum Saisonende verlässt. "Huub hat dem Vorstand seine Entscheidung bereits Mitte November mitgeteilt. Wir haben versucht, ihn umzustimmen. Doch dies gelang uns leider nicht", ließ Manager Rudi Assauer verlauten. Am Mittag hatte Huub Stevens die Spieler von seinem Schritt unterrichtet. "Wir haben zuvor lange überlegt, wann der beste Zeitpunkt sei, die Katze aus dem Sack zu lassen. Aber es gibt dafür keinen guten Zeitpunkt", sagte Assauer. Wie Jürgen Röber - aber ansonsten ungewöhnlich in diesem Geschäft - war Huub Stevens zuletzt sechs Jahre lang für ein und denselben Verein tätig gewesen.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Dass Stevens angeblich die Schalker in Richtung Berlin verlässt, will in Gelsenkirchen niemand wissen. Assauer jedenfalls dementierte das umgehend. Stevens selbst sagte zu seiner Zukunft: "Was auf mich zukommt, weiß ich noch nicht, das muss ich abwarten. Es gibt derzeit keinen neuen Verein." In das Anforderungsprofil für den neuen Trainer, das Herthas Aufsichtsrat unlängst beschlossen hat, würde Stevens jedenfalls passen: Er hatte als Spieler Erfolg (Uefa-Cup-Sieger mit dem PSV Eindhoven 1978) und als Trainer (Uefa-Cup-Sieger 1997, DFB-Pokalsieger 2001 mit Schalke 04). Der ehemalige holländische Nationalspieler spricht Deutsch und dürfte nicht ganz so teuer sein wie Louis van Gaal. Allerdings hat ein van Gaal sicherlich den international klangvolleren Namen, auf den Herthas Führung Wert legt. Sogar Manchester United bemüht sich um Louis van Gaal. An Stevens war immerhin Panathinaikos Athen interessiert, jener Verein, der sich in der Champions League gegen Schalke durchgesetzt hatte. Auch mit einem Wechsel auf die Bank der holländischen Nationalelf hatte Stevens geliebäugelt.

Zu seiner Entscheidung, Schalke zu verlassen, sagte Huub Stevens: "Da spielten mehrere Dinge eine Rolle. Zum einen glaube ich, dass nach sechs Jahren der Zeitpunkt für einen Tapetenwechsel gekommen ist. Zum anderen stünden auch dem Verein und der Mannschaft ein neues Gesicht sehr gut." Auch Hertha braucht jetzt ein neues Gesicht.

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